Symposien Sonntag

Änderungen im Programmablauf vorbehalten.

 
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Saal 2 08:30 - 09:45 02.10.2016
Symposium So03
Ophthalmologische Versorgungslandschaft in Deutschland: Bestandsaufnahme und Zukunftsaufgaben
Vorsitzende/r: Horst Helbig (Regensburg), Norbert Pfeiffer (Mainz)

Das Symposium thematisiert die Bedeutung und Status Quo von Versorgungsforschung in der deutschen Ophthalmologie. Beispiele von versorgungsbezogenen Projekten und Studien zeigen mögliche methodische Ansätze und relevante Fragestellungen in der Ophthalmologie sowie Herausforderungen auf. Ein Blick über die Grenzen hebt hervor, welche wissenschaftlichen aber auch gesundheitspolitischen Potenziale für die Zukunft bestehen.
Referent/in: Christian Wolfram (Hamburg)
Referent/in: Julia Loss (Regensburg)
Die Wissenschaft bringt zunehmend neue Erkenntnisse zur Therapie, aber auch zur Genetik und zur Prävention von altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) hervor. Es ist unklar, inwieweit diese dynamischen und komplexen Erkenntnisse im ärztlichen Gespräch thematisiert werden, und welche Erfahrungen und Erwartungen AMD-Patienten hinsichtlich der Informationsvermittlung haben. Der Vortrag skizziert besondere Herausforderungen in der ärztlichen Versorgung von AMD, die u.a. auf Ergebnissen von standardisierten und semistandardisierten Befragungen bei AMD-Patienten und Ophthalmologen beruhen.
Referent/in: Robert Patrick Finger (Bonn)
Aufgrund der Zunahme von Augenerkrankungen im Alter sind Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen überdurchschnittlich oft von einer Augenerkrankung betroffen, jedoch deutlich schlechter als der Rest der Bevölkerung augenärztlich versorgt. Die Ophthalmologische Versorgung in Altersheimen (OVIS)-Studie untersucht den Versorgungsbedarf und soll bei der Entwicklung von Versorgungskonzepten helfen. Erste Ergebnisse werden im Rahmen des Symposiums vorgestellt werden.
Referent/in: Michael Müller (München)
Fragestellung: Etablierung eines strukturierten Registers für klinische Routinedaten, die auf einer automatisierten elektronischen Datenübertragung aus der elektronischen Patientenakte basiert. Die Daten sollen von verschiedenen Einrichtungen übertragen werden können. In dieser Studie soll die generelle technische Machbarkeit anhand der Zusammenführung der klinischen Daten exemplarisch am Krankheitsbild „Keratokonus“ überprüft werden. Methodik: Daten aus den elektronischen Patientenakten der Universitäts-Augenkliniken Münster sowie München wurden automatisiert und systematisch extrahiert und anonymisiert. Im Anschluss wurden die Daten an eine über das Internet erreichbare Datenbank übermittelt und dort zusammengeführt. Eine Zustimmung des lokalen Datenschutzbeauftragten lag vor. Für die Auswertung wurden Patienten mit Keratoconus nach kornealem Crosslinking eingeschlossen. Ergebnisse: Die Daten konnten systematisch und automatisiert aus der lokalen Datenbank des jeweiligen Zentrums in das „Big-Data-Warehouse“ übertragen und ausgewertet werden. Im ersten Zentrum wurden 192 Patienten erfasst (128 männlich; 64 weiblich). Das Mittlere Alter lag bei 36,7 Jahren. 43 Patienten waren unter 25 Jahre alt. Im zweiten Zentrum wurden 264 Patienten erfasst (200 männlich; 64 weiblich). Das Mittlere Alter lag bei 27,8 Jahre. 104 Patienten waren unter 25 Jahre alt. Schlussfolgerung: Durch die Einführung der elektronischen Patientenakte wird die multizentrische klinische Forschung deutlich erleichtert. Die Anzahl der Universitätsaugenkliniken, die mit einer elektronischen Patientenakte arbeitet, nimmt stetig zu. In dieser Arbeit werden erstmalig in Deutschland, basierend auf einer automatisierten Datenerhebung und -übermittlung, klinische Daten aus den Universitätsaugenkliniken Münster und München in einem gemeinsamen, strukturierten „Data-Warehouse“ eingepflegt und ausgewertet. In Zukunft sollen zum einen noch Messgeräte sowie zum anderen weitere Zentren angeschlossen werden. Dabei ist eine Limitierung auf ein Krankheitsbild nicht zwingend notwendig, sondern man könnte ein allgemeines deutsches Register für die Augenheilkunde aufbauen.
Referent/in: David Yorston (Glasgow)