Postersitzungen, Samstag, 1. 10. 2016

 
dt/engl
Posterkabinett 10 13:45 - 14:45 01.10.2016
Postersitzung PSa10
Glaukom: Allgemein // Glaucoma: General
Vorsitzende/r: Maren Klemm (Hamburg), Christopher Wirbelauer (Berlin)

Referent/in: Dieter Schmidt (Freiburg)
Fragestellung: Bericht über das wissenschaftliche Werk des bedeutenden Ophthalmologen Erich Seidel. Bisherige unvollständige Mitteilungen. Methodik: Literatursuche aus früheren Zeitschriften Ergebnisse: Erich Seidel promovierte 1907 in Jena. Er wurde 1910 an der Univ.-Augenklinik Jena unter Professor Wagenmann ausgebildet, wechselte dann nach Heidelberg und habilitierte dort 1914. Er war seit 1916 Oberarzt an der Heidelberger Univ.-Augenklinik; 1916 erhielt er den Professortitel. Seidel befasste sich zunächst mit den praktisch wichtigen Fragen der Lokalanästhesie bei Augenoperationen (1913-1916). Sodann wies Seidel nach, dass das Kammerwasser im Ziliarkörper entsteht und über das Trabekelwerk zum Schlemm’schen Kanal abfließt. Mit seinen experimentellen Untersuchungen zeigte er, dass der Ziliarkörper das Sekretionsorgan des Auges ist. Seine bedeutenden zahlreichen und umfangreichen Publikationen, die sich mit Fragen der intraokularen Flüssigkeitsströmung und mit dem Glaukom befassten, erschienen in der Zeit von 1916 bis 1932. Mit seinen neuen Erkenntnissen hatte er sich trotz Widerspruchs mehrerer bekannter Augenärzte durchgesetzt. Es gelang ihm, den Blutdruck in den vorderen Ziliargefäßen zu messen. Er wies mit der Fluoreszeinprobe eine Fistel nach einer Elliot’schen Trepanation nach; dieser einfache, jedoch bedeutende diagnostische Test ist bis heute als „Seidel-Fistelprobe“ bekannt. Er beschrieb einen Gesichtsfeldausfall beim Glaukom, „Seidel-Skotom“ genannt. Für seine bahnbrechenden wissenschaftlichen Arbeiten wurde ihm 1925 der „von-Graefe-Preis“ verliehen. Von 1932 an bis 1946 war er Leiter der Univ.-Augenklinik in Jena. Schlussfolgerungen: Erich Seidels experimentellen bahnbrechenden Untersuchungen und klinischen Befunderhebungen, insbesondere zum Glaukom, sind hervorzuheben.
Referent/in: Kristine Baumane (Riga)
Introduction: Primary open-angle glaucoma (POAG) does not result from a single pathological mechanism, but rather a combination of pathways that are influenced by genes, age, and environment. Several large scale genome-wide association studies were performed during last years aimed to discover common genetic factors for this disease; several genetic loci associated with development of POAG were identified. Aim: The aim of this study was to determine a possible association of several single nucleotide polymorphisms (SNPs) that were previously reported as candidate SNPs, with POAG in Latvian population. Materials and methods: The study included 95 patients with POAG and 46 patients with cataract (as a control group) who underwent surgery. Glaucoma surgery was done in different glaucoma stages due to glaucoma progression. In total, three SNPs were genotyped in all samples: SNP rs4656461 near the TMCO1 gene, rs1063192 near the CDKN2B gene and rs10483727 near SIX1/SIX6 gene. For genotyping, a real-time PCR with TaqMan SNP Genotyping Assay (Life Technologies, USA). Obtained results were processed by the software IBM SPSS statistics 20.0 Results: The obtained results for all SNPs were in accordance to Hardy-Weinberg Equilibrium. For TMCO1 gene mutant allele frequency was similar for both groups: q=0.12 and q=0.1 for glaucoma patients and controls, respectively (OR=1.227; 95% CI=0.504-2.986; p=0.651). Genotype A/A dominated both in cases (77%) and controls (81%). For CDKN2B gene, the mutant allele was more common, with q=0.45 and q=0.49 for glaucoma patients and controls (OR=0.851; 95% CI=0.488-1.484; p=0.571). Both A/G (49%) and G/G (20%) genotype frequency in cases were similar to the frequency in controls A/G (50%) and for G/G (24%). For the SIX1/SIX6 genes the frequency of the minor allele T was similar for cases and control group (q=0.30 and q=0.28, respectively; OR=0.907;95 % CI=0.492–1.671;p=0.755). The genotype distribution frequency in glaucoma group genotype C/T (40.3%) and T/T (7%) was similar in the control group C/T (42%) and T/T (9%). Conclusions: Overall, genotyping results for three SNPs studied were similar with previous reports of allele and genotype frequency in white Europeans. However one of the SNPs showed statistically significant correlation between younger glaucoma patients age with more advanced stage of glaucoma at the moment of surgery. Additional replication studies in larger cohorts and other populations are necessary.
Referent/in: Katharina Geidel (Leipzig)
Fragestellung: Bei der Beurteilung der Papille ist es wichtig die verschiedenen Differentialdiagnosen einer Optikusatrophie zu kennen. Neben dem Glaukom gibt es auch andere Ursachen für eine Optikusatrophie. Methodik: Es wird von einer 50-jährigen Patientin berichtet, deren erhobene Befunde zu Beginn als Normaldruckglaukom fehlgedeutet und mit einer drucksenkenden Lokaltherapie anbehandelt wurden. Bei der Re-Evaluation der Befunde wurde die Verdachtsdiagnose einer angeborenen Optikusatrophie gestellt. Es erfolgte daraufhin eine humangenetische Untersuchung. Ergebnisse: Anamnestisch gab die Patientin an bereits als Kind keine gute Sehschärfe gehabt zu haben. Der bestkorrigierte Visus lag beidseits bei 0,5, was die Patientin aber subjektiv nicht störte (getragene Refraktion: rechts: sph -5,25 cyl -1,5 A 132°; links: sph -4,25 cyl -1,0 A 33°). Der Augeninnendruck lag am rechten Auge bei 16 mmHg am linken Auge bei 17 mmHg. Der Vorderabschnittsbefund war beidseits altersentsprechend unauffällig und reizfrei. Funduskopisch zeigt sich die Papille beidseits randscharf mit einer dezenten Abblassung temporal, die Peripherie und Makula waren unauffällig. Die 30° Gesichtsfelduntersuchung ergab keine absoluten Skotome. In der OCT-Untersuchung der Papille und Makula zeigten sich beidseits die retinale Nervenfaserdicke temporal und die Nervenfaserdicke im papillomakulären Bündel reduziert. Es erfolgte die humangenetische Untersuchung wobei ein Defekt im OPA1-Gen nachgewiesen werden konnte, was die Verdachtsdiagnose einer autosomal-dominanten Optikusatrophie bestätigt. Schlussfolgerungen: Der seitengleiche Befund mit temporaler Papillenabblassung und dem beidseitig reduziertem Visus waren der entscheidende Hinweis für die Verdachtsdiagnose einer autosomal-dominanten Optikusatrophie. Der klinische Befund der beidseitigen Optikusatrophie sollte neben dem Glaukom auch an andere Krankheitsbilder wie die hereditäre Optikusatrophie, demyelinisierende Erkrankungen, Kompression u.a. denken lassen. Zur Stellung der korrekten Diagnose sind Anamnese, Visusbestimmung und apparative Diagnostik unerlässlich.
Referent/in: Carolin Jasper (Dresden)
Fragestellung: Ziel dieser Studie war es zu untersuchen wie häufig eine Hyperlipidämie bei Hochdruckglaukom (HDG) und Normaldruckglaukom (NDG) vorliegt. Methodik: In dieser Querschnittsstudie wurden 179 Patienten mit HDG (n=87; 65.3±9.5 Jahre) und NDG (n=92; 67.2±8.9 Jahre) eingeschlossen. Der Fettstoffwechsel wurde mittels Cholesterin (Norm: < 5,20 mmol/l), Triglyceriden (Norm: 0,35-1,70 mmol/l), HDL-Cholesterin (Norm: weiblich: >1.10 mmol/l, männlich: >0.90 mmol/l), LDL-Cholesterin (Norm: < 4.1 mmol/l), und Gesamtcholesterin/HDL (Norm: weiblich: < 4,7 mmol/l, männlich < 5,77 mmol/l) bestimmt. Folgende Lipidsenker wurden eingenommen: CSE-Hemmer, Fibrate, Austauschharze, Kombinationspräparate. Die statistische Datenauswertung erfolgte mit SPSS, wobei ein p< 0,05 als signifikant galt. Ergebnisse: Bei 52% der HDG-Patienten (davon 7% mit Lipidsenker) und 63% der NDG-Patienten (davon 11% mit Lipidsenkern) lagen erhöhte Cholesterinwerte vor. Die Cholesterinmittelwerte bei diesen Patienten lagen bei 5.99±0.69 mmol/l bei HDG und 5.98±0.53 mmol/l bei NDG-Patienten. Der Unterschied zwischen den Glaukomgruppen war nicht signifikant (p=0.916), auch nicht hinsichtlich der Einnahme von Lipidsenkern (p=0.334). 18% der HDG-Patienten (davon 38% mit Lipidsenker) und 24% der NDG-Patienten (davon 14% mit Lipidsenker) zeigten erhöhte Triglyceridwerte. Die Triglyceridmittelwerte bei diesen Patienten lagen bei 2.30±0.52 mmol/l bei HDG und 2.28±0.57 mmol/l bei NDG-Patienten. Die Gruppen unterschieden sich nicht signifikant (p=0.889). 85% der HDG-Patienten mit entweder pathologischen Triglycerid- oder Cholesterinwerten nahmen keine Lipidsenker, bei NDG-Patienten waren es 87%. Der HDL-Cholesterin-Wert lag in beiden Gruppen bei der Mehrzahl der Patienten in der Norm (HDG 94%, NDG 93%). Ähnliches galt für Gesamtcholesterin/HDL (HDG 93 %, NDG 89 %). Pathologische LDL-Werte hatten 22% der HDG-Patienten und 19% der NDG-Patienten. Schlussfolgerungen: Neben dem allgemeinen Risikoprofil der Hyperlipidämie erscheint die Evaluation bei Glaukompatienten von besonderer Bedeutung, da eine Therapie mit Statinen nicht nur den Fettstoffwechsel normalisiert, sondern auch die endotheliale Dysfunktion positiv beeinflusst.
Referent/in: Siegfried Mariacher (Sulzbach)
Fragestellung: Der Augeninnendruck (IOP) ist der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für das fortschreiten einer glaukomatösen Optikusneuropathie. Durch die in der klinischen Routine häufig verwendete Goldmann Applanationstonometrie werden jedoch nur einzelne punktuelle IOP Werte erfasst. Da der IOP jedoch unter anderem zirkadianen und spontanen Veränderungen unterliegt, können Fluktuationen und Spitzen durch diese punktuellen Messungen übersehen werden. Durch die telemetrische Druckmessung können IOP Werte engmaschig aufgezeichnet und analysiert werden. Methodik: 6 episklerale Sensoren wurden in 6 Augen von 6 NZW Kaninchen unter Vollnarkose zwischen Konjunktiva und Sklera über der Pars plana implantiert. Dabei wurden 3 der 4 Ecken der Implantate mit einer intraskleralen Naht fixiert. Die telemetrische IOP Messung wurde 1 Woche, 4 Wochen, 8 Wochen, 12 Wochen und 30 Wochen nach der Implantation validiert. Hierzu wurden unterschiedliche intrakamerale Druckwerte im Bereich von 10 bis 45 mmHg durch direkte Kanülierung der Vorderkammer mit einer daran konnektierten höhenverstellbaren Wassersäule erzeugt und mit den zeitgleich telemetrisch erfassten Druckwerten verglichen. Die Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit wurde im Anschluss an Hand von Bland-Altman Analysen validiert. Ergebnis: Der Vergleich zwischen telemetrischen und intrakameralen Druckwerten zeigte eine mittlere Differenz (SD) von +0,81 mmHg (± 4.49 mmHg). Mit der Untersuchungsdauer nahm auch die Zahl der Funktionsausfälle der episkleralen Sensoren ab. 4 Wochen nach der Implantation lieferten 3 von 6 Sensoren keine adäquaten Messergebnisse mehr. Klinische Untersuchungen zeigten keine Verletzungen oder andere Pathologien sowie keine überschießenden inflammatorischen Reaktionen im Bereich der Konjunktiva, Sklera bzw. der Implantationsstelle. Schlussfolgerung: Durch die einfache Implantation und die sichere Implantationsregion per se stellt der episklerale Raum einen potentiellen Ansatz zur Einbringung entsprechender telemetrischer Druckmessimplantate dar. Die beobachtete Ausfallsrate könnte auf eine Beeinträchtigung der Hermetizität der Sensoren durch das Durchstechen des Silikonencasements zur Fixation an der Sklera während der Implantation erklärt werden. Die Reduktion der Ausfallsrate ist jedoch im weiteren Verlauf erforderlich.
Referent/in: Anani Toshev (Mainz)
Objective: To evaluate and compare the correlation between the peripapillary vessel density (PVD) measurements, obtained using optical coherence tomography angiography (angio-OCT), and visual field (VF) indices in ocular hypertensive (OH) and glaucoma eyes. Method: In a prospective and cross-sectional observational study were enrolled 15 eyes of 15 OH patients (59.4 ± 12.1 years), 36 eyes of 36 primary open-angle glaucoma (POAG) patients (70.6 ± 11.5 years), 22 eyes of 22 normal tension glaucoma (NTG) patients (70.2 ± 7.9 years), and 22 eyes of 22 normal control subjects (47.0 ± 14.5 years). All participants underwent comprehensive ophthalmic examination, visual field testing and PVD measurements using RTVue XR OCT Avanti (Optovue Inc., Fermont, CA, USA) with AngioVue Software (Version 2015.1.0.90). Fisher’s Z transformation was used to compare the Pearson correlation coefficients of investigated continuous parametric variables. Results: The strongest significant correlation was found between PVD in inferotemporal sector of optic nerve head (ONH) and VF mean defect (r = 0.52, p = 0.49) in OH patients, between PVD in inferonasal sector of ONH and VF mean defect (r = 0.62, p < 0.001) in POAG, and between PVD in superotemporal sector of ONH and VF mean defect (r = 0.56, p = 0.008) in NTG. Low level negative correlations were found between PVD of ONH and VF pattern standard deviation in the two glaucoma groups. There were no relevant relationships found in the control group. The differences between correlation coefficients were no statistically significant. Conclusions: There is a significant relationship between PVD reduction measured with Angio-OCT and visual field loss in glaucoma eyes. Consequently, ONH flow reduction partly determines visual field deterioration in OH, POAG and NTG patients and these relationships are equally pronounced.
Referent/in: David Kürten (Aachen)
Purpose: Changes in ocular perfusion are a significant factor in the pathogenesis of glaucoma. The retinal vessel analyzer (RVA) allows non-invasive measurement of the retinal vessel diameters and subsequent diameter changes in response to flicker light stimulation. Significant differences between healthy subjects and patients suffering from glaucoma have been reported. In this study we wanted to see if the vascular response to flicker light is impaired in the matching hemisphere in glaucoma patients with strictly horizontal visual field defects. Methods: In this Pilot – study 9 patients with advanced strictly horizontal visual field defects suffering from normal tension and primary open angle glaucoma were included. After pupil dilation RVA measurements were conducted. The superior hemisphere was measured first and after a pause of at least 30minutes the inferior hemisphere was measured as well. The venous and arterial auto-regulation can be measured via vessel diameter changes in response to flicker light. Results: Statistically significant changes in the vascular reaction towards flicker light were recorded. The venes of the hemisphere compliant to the visual field defect showed significantly impaired vessel dilation in response to flicker light stimulation (Maximal diameter changes: 5.6±2.8; 7.9±3.0 % p< 0.04, Medial diameter change: 5.4±2.8; 7.7±3.1%, p< 0.04, Amplitude of vessel reaction: 6.2±3.9, 10.7±3.7%, p < 0.04). The results for the arteries slightly failed to reach statistical significance (Maxmial diameter change: 3.3±3.0; 6.8±2.6%, p > 0.08, Medial diameter change: 3.2+3.0, 6.4±2.5%, p < 0.09, Amplitude of vessel reaction: 5.7±4.5, 10.2±4.0%, p< 0.14). Furthermore the arteries seemed to dilate delayed in time in the damaged hemisphere although these changes failed to reach statistical significance (15.0±5.0, 22.2±12.8s, p < 0.19). Discussion: The vascular response towards flicker light is restricted in the damaged hemisphere in glaucoma patients with strictly horizontal visual field defects. Local vascular regulation seems to be impaired due to the nerve fiber loss and subsequent impairment of neuro-vascular coupling in the affected hemisphere.
Referent/in: Ranko Gvozdenovic (Belgrade)
Scientific objective: The aim of the study was to evaluate whether changes in the size of different parameters of macula and layers of the ganglion cell complex (GCC) corresponds to the size of computerized visual field defects in patients with different stage of glaucoma, and to compare this results with healthy control group. Methods: 90 eyes (30 healthy, 20 early glaucoma, 20 moderate glaucoma and 20 advanced glaucoma- according to Hodapp-Parrish glaucoma grading scale) were prospectively studied. Optical coherence tomography (OCT) scans of the macula were obtained using Spectralis OCT (Heidelberg Engineering, Germany). Automated grids centered on the fovea with diameters of 1, 3 and 6 mm were used. For each grid parameters (volume of the entire grid and average thickness and in 9 sectors) were measured for 3 separated layers (retinal nerve fiber layer (RNFL), ganglion cell layer (GCL) and inner plexiform layer (IPL) and the entire macula (total macular volume-TMV). Results: Parameters for healthy, early, moderate and advanced glaucoma group were respectively: TMV(mm³): 8.63, 8.45, 8.07, 7.56; RNFL volume (mm³): 0.88, 0.81, 0.68, 0.51; GCC volume (mm³): 1.12, 0.99, 0.83, 0.61; IPL volume (mm³):0.91, 0.85, 0.75, 0.66. Thickness of the RNFL, GCC and IPL in all 9 grid sektors in moderate and advanced glaucoma showed a significant thickness reduction when compared to healthy group, but not when compering healthy and early glaucoma group. Of all thickness parameters examined in moderate and advanced glaucoma group, the parameters in the temporal and inferior sector showed greatest thinning compared to the healthy group. Conclusions: Parameters like macular volume and volume and thickness of the individual layers of GCC complex shows a significant thinning in moderate and advanced glaucoma patients and as such can be of great help during the clinical evaluation of glaucoma damage. Spectralis OCT enabling display of individual layers of GCC complex helps a lot in this way.
Referent/in: Livia Brandao (Basel)
Purpose: To investigate how the macular ganglion cell layer segmentation relates to the two-global flash multifocal electroretinogram (2F-mfERG) and standard automated perimetry (SAP) in primary open-angle glaucoma (POAG) patients and normal controls. Methods: Twenty five glaucoma patients and 16 controls underwent: 2F-mfERG, optical coherence tomography (OCT), and SAP (G2, Octopus, Haag-Streit). The 2F-mfERG responses were filtered at 1−200 Hz. The root mean square (RMS) was calculated for the focal flash response at 15–45 ms (DC) and global flash responses at 45–75 ms (IC-1) and 75–105 ms (IC-2). OCT analysis: measurement of macular total thickness and ganglion cell-inner plexiform layer (GCIPL) thickness as per Cirrus™ software. Values from the central 10° of mf-ERG were compared to the corresponding areas from OCT and visual field. Area under the ROC curve (AUC), one way ANOVA and linear mixed effects model were used to analyze results. Results: Among all parameters two mfERG components (DC and IC2) and GCIPL presented the highest AUC values (0.923, 0.908 and 0.938 respectively). MfERG responses showed a significant positive association with mT in all epochs (DC, IC1 and IC2, all p< 0.001) but with GCIPL only in IC2 (p< 0.05). SAP linear sensitivity showed a significant positive association with mT but not with GCIPL (p< 0.01 and p=0.348, respectively). Of the analyzed patients, 34.6% (9) had central mfERG and GCIPL alterations, but no SAP defect in the central 10 degrees. Three patients had a central SAP defect associated with a reduced GCIPL without any detectable dysfunction on mfERG. Conclusion: This study confirms findings from our previous studies and additionally demonstrates that structure function analysis in glaucoma can be improved when the GCIPL thickness is included. mfERG demonstrated significant association with structure, which added information about function, when compared to SAP.
Referent/in: Mohammed Khattab (Göttingen)
Zielsetzung: Für die optische Kohärenztomographie (OCT) hat sich bislang kein wirksames Kontrastmittel etabliert. Gold-Nanostäbchen zeigen in experimentellen Arbeiten einen guten Kontrast, sind aber sehr teuer. Wir haben verschiedene Lipidemulsionen auf ihre Eignung als Kontrastmittel in der OCT-Bildgebung insbesondere der Kammerwasservenen untersucht. Methoden: Alle Bilder wurden mit einem Spectral-Domain-OCT für die klinische Anwendung aufgenommen (Spectralis OCT, Heidelberg Eingineering, Deutschland). Als Lipidemulsion wurde Milch, in verschiedener Fettkonzentrationen (35%, 12%, 3,8% und 1%), sowie Propofol verwendet. Physiologische Kochsalzlösung (BSS) diente als Kontrolle. Zur in vitro-Testung der Reflektivität wurden die Testsubstanzen in Kunststoffröhrchen gefüllt und die Pixelintensität (8bit Graustufen) bestimmt. Als Vergleichsparameter wurden dabei die maximale Reflektivität (Rmax), sowie die Eindringtiefe bis zur halb-maximalen Reflektivität (DR50) gemessen. In einem ex-vivo Anwendungsmodell wurden Rinderaugen nacheinander mit BSS und Kontrastmittel perfundiert und die Reflektivität in den intraskleralen Kammerwasservenen gemessen. Ergebnisse: Alle Substanzen zeigten in der in vitro-Testung eine signifikant höhere Rmax als BSS (BSS: 2,3±4.0; Lipidemulsionen: 191 bis 252; p< 0,0001). Rmax und die DR50 verringerten sich bei Milch mit steigendem Lipidgehalt (3,8 vs. 35% Milch; Rmax: 232±5 vs. 191±8, p< 0,0001; DR50: 236±5 vs. 95±2, p< 0,0001). Propofol war Milch in beiden Parametern leicht überlegen (Propofol vs. 3,8% Milch; Rmax: 252±3 vs. 232±5, p< 0,01; DR50 285±4 vs. 236±5, p< 0,0002). Neben der hohen Reflektivität erzeugten alle Substanzen ein ausgeprägtes Rauschen. Im ex-vivo Modell kam es nach Perfusion der intraskleralen Kammerwasservenen zu einer deutlichen intravasalen Reflektivitätserhöhung (normierte Pixelintensität: BSS 4.6±3.2, 12% Milch: 138±27; p=0.0078). Dadurch konnten intrasklerale Kammerwasservenen von Blutgefäßen unterschieden werden. Diskussion: Die untersuchten Lipidemulsionen erwiesen sich als preisgünstige und effektive Kontrastmittel für die OCT Bildgebung. Neben der hohen Reflektivität ist auch das starke Rauschen der Substanzen eine Eigenschaft, die zur Berechnung von Bildkontrasten genutzt werden kann. Hierfür könnten die gleichen Algorithmen wie für die Darstellung fließenden Blutes in der OCT-Angiographie genutzt werden.