Postersitzungen, Samstag, 1. 10. 2016

 
dt/engl
Posterkabinett 2 13:45 - 14:45 01.10.2016
Postersitzung PSa02
Retina: Diagnostik // Diagnostics
Vorsitzende/r: Stefan Dithmar (Wiesbaden), Lars-Olof Hattenbach (Ludwigshafen)

Referent/in: Marcus Storch (Göttingen)
Hintergrund: Es existiert keine eindeutige Empfehlung, ab wann eine prophylaktische Laserkoagulation (LK) bei retinaler Ischämie indiziert ist. Bisher wird bei 5, 10, oder 30 Papillendurchmessern (PD) betroffene Ischämiefläche (IF) die Empfehlung für eine LK ausgesprochen. Die Ultra-Weitwinkel-Angiographie ermöglicht die Darstellung einer Netzhautfläche weit über die Gefäßbögen hinaus. Ziel dieser Studie war es, die IF in PD durch exaktere prozentuale Messmethoden zu ersetzen. Methoden: Retrosp. Analyse aller konsekutiven WW-Angiographien bei Patienten mit RVV. Verwendet wurde das Heidelberg Spectralis Ultra-WW-Modul (102°). Es wurden foveazentrierte Aufnahmen sowie Schwenkaufnahmen bis zur Ora serrata angefertigt, auf Ischämieareale untersucht und verglichen. IF wurden in der zentralen Aufnahme markiert und die Fläche in Pixeln berechnet. Diese wurden im Verhältnis zur gesamten fotografierten Netzhautfläche gesetzt. Zentrale und periphere Aufnahmen wurden mit der Frage verglichen, ob die zentrale Aufnahme mit der 102°-Kamera die Ischämien ausreichend erfasst. Ergebnisse: Analysiert wurden 41 Augen von 41 RVV-Patienten (23 Frauen, 18 Männer) eines durchschnittlichen Alters von 68 Jahren (37-91). Die Diagnosen umfassten Venenastverschluss (VAV, n=21), Hemi-Zentralvenenverschluss (Hemi-ZVV, n=5) und Zentralvenenverschluss (ZVV, n=15). Das Verschlussalter zum Angiographie-Zeitpunkt lag im Mittel bei 16,3 Monaten (0,5-120). 31 RVV zeigten zentrale und/oder periphere ischämische Areale, in 10 Fällen war keine Ischämie nachzuweisen. Alle Patienten mit zentraler Ischämie zeigten auch periphere avaskuläre Zonen in den Schwenkaufnahmen. In nur einem einzigen Fall war eine periphere Ischämie nicht durch das foveazentrierte Bild detektierbar und nur in den Schwenkaufnahmen zu erfassen. Die ausgemessene IF betrug im Mittel 56,6 PD (0,1-219,3 PD) bzw. 24,2% (0,04-80,2%) der gesamten Netzhautfläche in der foveazentrierten Aufnahme. Die Anzahl der Patienten mit einer IF von unter 5 PD betrug n=5; 5 bis 10 PD n=0 und 10 bis 30 PD n=4. Diskussion: Die beschriebene Methodik liefert eine einfache und praktikable Möglichkeit der Berechnung von ischämischen Arealen bei RVV ohne Umweg über die Papillenfläche. Die prozentuale Angabe der IF ist schneller und exakter berechnet als die Angabe in PD. Zudem liefert die zentrale 102° Aufnahme eine hinreichende Einschätzung der gesamten retinalen Ischämie. Für die Planung von Studien zur IF scheint die Methode gut geeignet.
Referent/in: Yoko Miura (Lübeck)
Objective: A recent new technology allows us to measure the fluorescence lifetime (FLT) of the human retina (fluorescence lifetime imaging ophthalmoscopy: FLIO). The purpose of this study is to investigate subcellular changes after thermal laser irradiation on the retinal pigment epithelial cells with FLIO. Materials and Methods: Porcine RPE-Bruch’s membrane-choroid explants isolated from freshly enucleated porcine eyes were held in a fixation ring and maintained in a culture medium. The tissue was placed in a custom-made artificial eye filled with phosphate buffered saline (PBS), and the laser irradiation was performed using Visulas 532s (λex=532 nm), with the spot diameter with 1 mm, irradiation time duration with 10 seconds, power range was from 10 to 30 mW. FLIO was conducted using a prototype devise provided by Heidelberg Engineering GmbH (λex=473 nm, emission channel 1: 500-550 nm, channel 2: 550-650 nm), composed of the scanning laser Ophthalmoscopy coupled with a fluorescence lifetime imaging system using time-correlated single photon counting (TCPSC) method. Calcein-AM test was conducted to investigate cell viability. Results: All lethal irradiation spots were detectable as different autofluorescence (AF) signal region (hyperfluorescent) in channel 1, but no change was detected in channel 2. The FLT at the coagulation spots showed the longer mean FLT (tm) than in non-irradiated regions, and the ratio of the amplitude of short (a1) and long (a2) lifetime components was dramatically reduced. Interestingly, only FLIO may present the zone at the rim of the coagulated region, which showed the significantly shorter mean lifetime and larger a1/a2 than in the middle of the coagulation. Moreover, in channel 2, where no AF may not be detected at the irradiated site, FLIO clearly demonstrated the region of irradiated spots, showing the apparent change of FLT (elongated) and the amplitude ratio (decreased). FLIO could also show the difference in the FLT at the site of mild irradiation, which induced no immediate cell death. In these spots, no rim-form was observed as shown in the strongly coagulated spots. Conclusion: FLIO could distinguish the region at the rim of the photocoagulation, as well as the mildly-irradiated region on the ex-vivo RPE, where AF images does not show any differences. The rim-signal of the FLIO may indicate the cellular region, where apoptotic processes are going on, or at least under strong stress.
Referent/in: Martin Hammer (Jena)
Goal: To study fluorescence lifetimes in Best’s virelliform macular degeneration (BVD) Methods: A 81 years old female patient with BVD was studied by fluorescence lifetime Ophthalmoscopy (FLIO), fundus photography, and OCT. FLIO uses ps-laser pulse excitation of retinal autofluorescence imaging and records fluorescence decay over time in a short (498-560 nm; ch1) and long (560-720 nm; ch2) wavelength channel. Mean fluorescence lifetimes are given as amplitude-weighted averages of three decay times obtained from fitting a series of three exponential functions to the measured decays. Results: Both eyes of the patient showed similar vitelliform macular lesions. OCT revealed RPE detachment in both eyes, however, hyper-reflective material was found in the macula underneath the RPE in the left eye only. Interestingly, fluorescence lifetimes were remarkably shorter in the macula with sub-retinal deposition compared to the contralateral eye: 217±18 ps vs. 400±112 ps (ch1) and 123±22 ps vs. 694±94 ps (ch2). Shortest fluorescence decay was found at the deposition (74±12 ps and 170±17 ps respectively) whereas the longest macular lifetimes were seen in the region which was non-reflectice in OCT (703±106 ps and 558±76 ps). Conclusions: Sub-macular vitelliform material may be constituted from various fluorophores. FLIO might be a useful diagnostic technique to distinguish these constituents.
Referent/in: Simon Dulz (Hamburg)
Fragestellung: Ziel der vorgestellten Studie ist die Charakterisierung der retinalen Degeneration bei Patienten mit CLN3 Mutation. Im Rahmen des neurodegenerativen Prozesses kommt es zur raschen retinalen Degeneration, welche derzeit noch in keiner größeren Fallserie analysiert wurde. Vor dem Hintergrund möglicher zukünftiger systemischer Therapieansätze ist eine morphologische Charakterisierung des degenerativen Verlaufs unabdingbar. Methodik: 17 Patienten im Alter von 7 - 18 Jahre mit molekulargenetisch gesicherter CLN3 Mutation durchliefen SD-OCT Untersuchungen im Rahmen der ophthalmologischen Routineuntersuchung. Makuläre Schichtdicken mit Subanalysen der inneren und äußeren Netzhautschichten wurden mit einer alterskorrelierten Kontrollgruppe verglichen. Ergebnis: Die Progression der Netzhautdegeneration betrug 8,8 μm pro Jahr (R2= 0,9023) bei Patienten mit CLN3 Erkrankung. Die mittlere Netzhautdicke bei CLN3 Patienten betrug im Mittel: 210 μm (115-350 μm) vs. 329 μm (255-390 μm) in der Kontrollgruppe. Schlussfolgerung: Die juvenile CLN3 Erkrankung ist eine lysosomale Speichererkrankung, bei der es zu einer progressiven retinalen und zerebralen Degeneration kommt. Der aktuelle Goldstandard zur Beurteilung des neurodegenerativen Prozesses stellt die zerebrale Magnetresonanztomographie (cMRT) dar. Diese Studie zeigt erstmals einen Ansatz zur Beurteilung des altersabhängigen retinalen degenerativen Prozess im Rahmen der CLN3 Erkrankung auf, welcher als mögliche Grundlage für klinische Therapiestudien dienen könnte.
Referent/in: Dennis Valler (München)
Fallbericht eines 23-jährigen männlichen Patienten mit Goldmann- Favre Syndrom. Der Patient berichtet von einer Visusminderung beidseits seit seinem 10. Lebensjahr und Schwierigkeiten beim Nachtsehen seit 2 Jahren. Der aktuelle Visus betrug 0,2/0,4. Bereits im Jahr 2007 zeigte sich bei der Untersuchung beidseits eine inferiore Retinoschisis, damals mit Aussparung der makulären Region. Demnach konnte nicht von einer X-chromosomalen Retinoschisis ausgegangen werden. Das GF, ERG und VEP konnte auch keine eindeutige Diagnose zulassen und die Ergebnisse waren damals nicht mit dem Vollbild einer Retinopathia pigmentosa vereinbar. Bei subjektiver Beschwerdezunahme stellte sich der Patient erneut vor. In der aktuellen Untersuchung zeigte sich nun eine zentrale und periphere Retinoschisis zusammen mit einer peripheren Netzhautdystrophie i.S. einer Retinopathia pigmentosa. Der Befund wurde mittels Multicolor- Fundus- Bild, optischer Kohärenztomographie und Fluoreszein- Angiographie untersucht. Im Verlauf haben wir bei dem Patienten die Untersuchung des Gesichtsfeldes nach Goldmann, einen Panel-D 15 Farbsehtest und ein Elektroretinogramm (ERG) veranlasst. In diesem Fall konnte in der Zusammenschau der Befunde und durch multimodale Bildgebung die Diagnose einer seltenen hereditären Netzhautdystrophie, dem Goldmann- Favre- Syndrom, gesichert werden.
Referent/in: Sevinj Abbasova (München)
Hintergrund: Neue Therapieregimes aus MEK- und BRAF-Inhibitoren zeigen in zahlreichen klinischen Studien zur Behandlung des fortgeschrittenen metastasierten Melanoms große Erfolge. Durch die Steigerung von Überlebens- und der Remissionsraten öffnen sie neue Perspektiven in der Dermatoonkologie. Als klinisch problematisch stellt sich jedoch die hohe Inzidenz von Retinopathien dar, die während der Therapie auftreten. Die vorliegende Arbeit untersucht diese sogenannten MEK-Inhibitor assoziierten Retinopathien hinsichtlich ihrer Inzidenz, Rezidivrate und Ausprägunsform sowie deren Korrelation mit der kumulativen Medikamentendosis und dem Stadium der Krebserkrankung. Material und Methoden: Die Daten von 27 Patienten aus drei Studien wurden ausgewertet. 24 Patienten erhielten den MEK-Inhibitor Binimetinib 90mg/d (10 davon in Kombination mit Encorafenib 450 mg/d und ggf. Immummodulatoren). 3 Patienten erhielten Trametinib 2mg/d + Dabrafenib 300mg/d. Ab Therapiestart wurden die Patienten in festen Abständen ophthalmologischen Untersuchungen zugeführt. Art und Verlauf auftretender Retinopathien wurden mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) quantifiziert. Zur Klassifizierung diente folgendes Schema: Retinopathie Grad I: generalisierte Abhebung der neurosensorischen Netzhaut; Grad II: zentrale/multifokale CCS-like Retinopathy; Grad III: zeitgleiches Auftreten von Grad I+II. Ergebnisse: 20 von 24 Patienten (83%) entwickelten unter Binimetinib-Therapie eine Retinopathie. Grad I, II und III lagen zu 30%, 55% und 15% vor. Die kumulative Dosis pro Gruppe zeigte keine signifikanten Unterschiede (I: 17270 – 42930 mg vs. II: 4260mg – 13590mg vs. III: 7200 – 22860 mg). Die Rezidivrate der Gruppen lag bei 3,16 vs. 2,72 vs. 2,0 Unter Trametinib+Dabrafenib fanden sich keine Retinopathien. Es gab keine signifikante Assoziation von TNM-Metastasierungsstadium und Art der Retinopathie (Grad I: 2x M1b, 4x M1c; Grad II: 4x M1c, 1x NxM0; Grad III: 8x M1c, 1x NxM0). Schlussfolgerung: Die Behandlung mit MEK-Inhibitoren führt in der Mehrzahl der Patienten zur Ausbildung einer Retinopathie. Grad I, II treten wahrscheinlich häufiger auf, wobei allerdings Grad I eher zu Rezidiven zu neigen scheint. Die kumulative MEK-Dosis sowie das Metastasierungsstadium korrelieren nach unseren Daten nicht mit Manifestationszeitpunkt und Ausprägung der Retinopathie.
Referent/in: Marlene Zyganow (Mannheim)
Das Flash Adaptometer greift das ursprüngliche Konzept der Adaptometrie in modifizierter Form in einer Kombination subjektiver und objektiver Methodik auf. Sensorische Schwellen auf LED Flashes werden für zentrale Sinusgitter in Form von Gabor patches und für Ganzfeldreize ermittelt. Elektroretinale Antworten werden auf Ganzfeldreize registriert. In einer Feasibility Studie werden Korrelate aufgezeigt für die Einschränkungen des Dämmerungssehens, welche Patienten mit folgenden Diagnosen betreffen: alterskorrelierte Maculadegeneration, diabetische Retinopathie, chronisches Offenwinkelglaukom, Retinitis pigmentosa und congenitale x-chromosomale Nachtblindheit. Dabei zeigen sich für Gittererkennung, für sensorische und für elektroretinale Ergebnisse unterschiedliche Muster eingeschränkter Adaptation bei den verschiedenen Krankheitsbildern. Die Prüfung der Kontrastwahrnehmung in Dämmerung mit dem Flash Adaptometer kann auch für die Beurteilung der Fahreignung herangezogen werden.
Referent/in: Philipp Lothar Müller (Bonn)
Fragestellung: Das Haidinger Büschel ist ein entoptisches Phänomen, welches entstehen kann, wenn polarisiertes Licht in das Auge fällt. Ziel dieser Arbeit war es, die Wahrnehmbarkeit des Haidinger Büschels zu optimieren und folgend die Abhängigkeit von Visus und Makulapigmentdichte zu untersuchen. Methodik: In dieser prospektiven Studie wurde die Wahrnehmung des Haidinger Büschels mit einem rotierenden Polarisationsfilter und einer mehrfarbigen LED-Beleuchtung getestet. Dabei wurden 15 verschiedene Lichtzusammensetzungen (Farben) als Stimulation genutzt. Durch ein Model basierend auf dem Absorptionsspektrum des Makulapigments und dem Wellenlängenspektrum der einzelnen Farben wurde die individuelle prädiktive Sichtbarkeit der Haidinger-Büschel berechnet und mit den Testergebnissen des psychophysischen Tests verglichen. Die Makulapigmentdichte wurde mittels 2-Wellenlängen-Fundusautofluoreszenz bestimmt. Ergebnisse: Alle Kontrollpersonen (n=46) konnten unter optimierten Bedingungen (LED Beleuchtung mit 464 nm) mit beiden Augen die Haidinger Büschel wahrnehmen. Patienten mit Makulaerkrankungen (altersabhängige Makuladegeneration, n=20; makuläre Teleangiektasie Typ 2, n=26; Morbus Stargardt, n=29; andere Netzhautdystrophien, n=24) erkannten unter gleichen Bedingungen in 34% das entoptische Phänomen. Eine definierte minimale Makulapigmentdichte sowie ein Visus von mindestens 0,25 waren nötig, um das Haidinger Büschel wahrzunehmen. Probanden mit makuläre Teleangiektasie Typ 2 zeigten eine sehr niedrige Makulapigmentdichte und konnten das entoptische Phänomen trotz guter Sehschärfe häufig nicht wahrnehmen. Das Ergebnis der psychophysischen Untersuchung bestätigte die Modelberechnung. Schlussfolgerung: Erhaltenes Makulapigment und eine Sehschärfe von mindestens 0,25 sind Grundvoraussetzungen für die Wahrnehmung des Haidinger Büschels. Das entoptische Phänomen wird in der Regel nicht von Patienten mit makulären Teleangiektasien Typ 2 erkannt und könnte somit von diagnostischem Nutzen sein.
Referent/in: Daniela Claessens (Köln)
Einleitung: In dieser prospektiven Studie sollte bei diabetischem Makulaödem (DMÖ) und feuchter altersbedingter Makuladegeneration (AMD) untersucht werden, ob die Messung von Metamorphopsien mittels AMD – A Metamorphopsia Detector® bzw. der zentralen Netzhautdicke korrelieren und mit der Beurteilung mittels SD-OCT übereinstimmen. Material und Methoden: 66 Augen von 66 Patienten (DMÖ:19 (11 Männer, 8 Frauen; 42 – 76 Jahre); AMD: 47 (13 M, 34 F; 56 – 93 J.) wurden untersucht: BCVA, Amsler Test, Metamorphopsie Gesamtindex des AMD – A Metamorphopsia Detector®, binokulare Ophthalmoskopie, Fluoreszenzangiografie bei Erstdiagnose und SD-OCT wurden erfasst. Bei beidäugigem Befund wurde ein Auge randomisiert ausgewählt. Alle Studienteilnehmer unterzeichneten eine Einwilligung entsprechend der Deklaration von Helsinki. Metamorphopsie Index > 0, zentrale Netzhautdicke ≥ 300 μm und OCT-gesichertes Makulaödem wurden als „krank“ gewertet. Die Korrelation von AMD-Index und CRT wurde durch Pearson Korrelationskoeffizient, die Übereinstimmungsgüte von Metamorphopsie Index und SD-OCT durch Cohens Koeffizient κ angegeben. Ergebnis: In der Gruppe DMÖ bzw. AMD lag der mittlere Visus (logMAR) bei 0,27 (SD 0,3) bzw. 0,29 (SD 0,2); mit Makulaödem in Gruppe DMÖ 0,43 (SD 0,31), in Gruppe AMD 0,34 (SD 0,2); ohne MÖ in Gruppe DMÖ 0,09 (SD 0,12) und Gruppe AMD bei 0,16 (SD 0,15). Der Pearson Korrelationskoeffizient als Maß für die Korrelation von AMD-Index und CRT war bei DMÖ: 0,733 (p = 0,0004) und bei AMD 0,426 (p= 0,0028). Cohens κ als Maß für die Übereinstimmungsgüte von AMD-Index und CRT war moderat [1]: DMÖ 0,59 und AMD: 0,55. In der Gruppe DMÖ betrugen Sensitivität bzw. Spezifität des Metamorphopsie-Index 100% bzw. 77,78 % und der CRT 80% bzw. 89%. In der Gruppe AMD betrugen Sensitivität bzw. Spezifität des Metamorphopsie-Index 100% bzw. 61,5 % und der CRT 59% bzw. 85%. Diskussion: Bei diabetischem Makulaödem korrelierten CRT und AMD-Index besser als bei feuchter AMD. In Hinblick auf ein Makulaödem war die Spezifität der zentralen Netzhautdicke bei diabetischem Makulaödem und feuchter Makuladegeneration besser als die des AMD-Index.. Der AMD-Index war bei diabetischem Makulaödem und feuchter Makuladegeneration ein sensitiverer Parameter als die zentrale Netzhautdicke. Aufgrund der geringen Falsch-Negativ-Rate erscheint der AMD-Index ein geeigneter Surrogatparameter, um ein Makulaödem bei diabetischem Makulaödem oder feuchter Makuladegeneration zu erfassen.
Referent/in: Josef Märtz (München)
Hintergrund / Fragestellung: Grubenpapillen (Optic Disc Pits) sind runde oder ovale Vertiefungen in der Sehnervpapille. Gruben der Papille können angeboren oder erworben sein und treten bei Frauen und Männern gleichermaßen auf. Eine Zunahme der Prävalenz mit dem Patientenalter ist vorbeschrieben. Grubenpapillen stellen einen seltenen Befund dar, wobei die Angaben zur Inzidenz zwischen 1:500 bis zu 1:11.000 schwanken. Neben Gesichtsfeldefekten und einem vergrößertem blinden Fleck in der Perimetrie kann in 25% bis 75% der Fälle eine Grubenpapillen assoziierte Makulopathie (ODP-M) entstehen. Insbesondere bei Kindern kann diese initial unbemerkt verlaufen. Patienten / Material und Methoden: Es handelt sich um eine retrospektive Beobachtungsstudie. Es wurden insgesamt 6 Patienten unter 18 Jahren mit Grubenpapille und Grubenpapillen assoziierter Makulopathie aus der retinologischen Ambulanz sowie der ophthalmologischen Kinderambulanz untersucht. Die Patienten wurden für bis zu 3 Jahre beobachtet. Im Rahmen der Beobachtung wurden diverse klinische und apparative Routineuntersuchungen durchgeführt. Die erhobenen Daten umfassten Anamnese, augenärztliche Untersuchung, Fundusfotografie, Autofluoreszenz, optische Kohärenztomografie (OCT) und perimetrische Untersuchungen. Ergebnisse: Die Patienten zeigten interindividuell deutlich verschiedene klinische Ausprägungen einer Grubenpapille, mit unterschiedlichem Grad an Grubenpapillen assoziierter Makulopathie. Das Auftreten variabler intrapapillärer Proliferationen, im Krankheitsverlauf stellte einen häufigen Befund dar. Die zentrale Sehschärfe lag zwischen 20/320 (0,06) bis hin zu 20/20 (1,0). Es zeigte sich eine interindividuelle Variabilität hinsichtlich des Verlaufes der Grubenpapillen assoziierten Makulopathie. Schlussfolgerung: Die Studie präsentiert verschieden Verläufe einer serösen Grubenpapillen assoziierten Makulopathie bei Kindern und Jugendlichen mit Grubenpapille. Auch bei klinisch und OCT-befundlich ausgeprägten retinalen Veränderungen kann insbesondere bei Kindern und Jugendlichen noch eine funktionell wirksame Sehschärfe vorliegen, sodass die Indikation für eine operative Behandlung auch in Anbetracht der Möglichkeit einer spontanen Remission kritisch zu stellen ist. Im Zuge des Krankheitsverlaufes kommt es häufig zur Ausbildung variabler intrapapillärer Proliferationen.