Postersitzungen, Samstag, 1. 10. 2016

 
dt/engl
Posterkabinett 6 13:45 - 14:45 01.10.2016
Postersitzung PSa06
Gesundheitsökonomie, Epidemiology, Geschichte // Health economics, Epidemiology, History
Vorsitzende/r: Robert Patrick Finger (Bonn), Karl Ulrich Bartz-Schmidt (Tübingen)

Referent/in: Alexander Schuster (Mainz)
Fragestellung: Kurzsichtigkeit ist mit einer höheren Bildung in den Industrieländern verknüpft. Diese Studie untersucht, ob sich ein ähnlicher Zusammenhang auch in der beruflichen Stellung von Arbeitnehmern in hoch-spezialisierten Firmen zeigt. Methodik: Eine Querschnittsstudie in der berufstätigen Bevölkerung in Deutschland wurde durchgeführt. Teilnehmer wurden mittels einer umfangreichen ophthalmologischen Untersuchung einschließlich objektiver Refraktion untersucht. Die berufliche Stellung wurde mittels Fragebogen erhoben und klassifiziert: Bereichsleiter, Projektleiter, qualifizierter Beschäftigter mit fachlicher Führungsverantwortung, qualifizierter Beschäftigter ohne fachlicher Führungsverantwortung und angelernter Beschäftigter ohne fachliche Führungsverantwortung wurden unterschieden. Refraktion wurde als sphärische Äquivalent berechnet und eingeteilt in hyperop (>+0,5 Dioptrien), emmetrop, myop (< -0,5 Dioptrien und >= -5,0) und hoch-myop (< -5,0 Dioptrien). Unterschiede wurden mittels Varianzanalyse und Jonckheere trend test geprüft. Ergebnisse: 4344 Personen wurden in die Analyse eingeschlossen. Die Varianzanalyse zeigte einen Unterschied (p< 0.05) zwischen in der Refraktion zwischen den Berufsgruppen. Die post-hoc Analyse zeigte einen Unterschied zwischen den Bereichsleitern (-1.28±0.15 Dioptrien) und den angelernten Beschäftigten (-0.76±0.10 Dioptrien) (p< 0.05) auf. Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Verteilung der Refraktion und der beruflichen Stellung (p=0.002): höher qualifizierte Personen waren eher hoch-myop und seltener hyperop. Schlussfolgerung: Personen mit Führungsverantwortung sind mit einer höheren Wahrscheinlichkeit kurzsichtig als angelernte Beschäftigte. Dies ist in Übereinstimmung mit früheren Arbeiten, die einen Zusammenhang von Kurzsichtigkeit mit Bildung aufgezeigt haben.
Referent/in: Stefan Nickels (Mainz)
Fragestellung: Gesundheitsbezogene Lebensqualität gewinnt nicht nur in der Beurteilung von Therapien an Bedeutung, sondern kann auch herangezogen werden, um die gesundheitsbezogene Belastung der Bevölkerung zu eruieren und vorhandene Ressourcen entsprechend anzuwenden. Ziel dieser Studie war, populationsbasierte Referenzwerte für den weitverbreiteten Fragebogen „National Eye Institute 25-Item Visual Function Questionnaire“ (NEI VFQ-25) zur sehbezogenen Lebensqualität zu ermitteln. Methodik: Die Gutenberg-Gesundheitsstudie (GHS) ist eine populationsbasierte, prospektive Kohortenstudie aus Mainz. Die 15.010 Teilnehmer waren bei der Baseline-Untersuchung 2007 bis 2012 zwischen 35 und 74 Jahre alt. Die Befragung umfasste neben medizinischen Untersuchungen auch die Erfassung der sehbezogenen Lebensqualität mit dem NEI VFQ-25. Der NEI VFQ-25 besteht aus 25 Fragen, aus denen ein Gesamtscore und zwölf Subscores berechnet werden. Die Scores reichen von 0 bis 100 (bester Wert). Wir berechneten Mittelwert, Standardabweichung und Perzentilen stratifiziert nach Geschlecht und Altersdekaden. Mit linearen Regressionsmodellen untersuchten wir den Zusammenhang von Alter, Geschlecht, sozio-ökonomischem Status und fernkorrigiertem Visus des besser sehenden Auges und der Visusdifferenz beider Augen mit der Lebensqualität. Ergebnis: Daten des NEI VFQ-25 sind von 13.217 Teilnehmern (88%) vorhanden. Die Responder hatten weniger kardiovaskuläre Risikofaktoren als die Non-Responder, unterschieden sich aber kaum bei Augenparametern. Der Gesamtscore des NEI VFQ-25 war 94,7 bei Männern und 93,0 bei Frauen in der jüngsten Altersdekade (35-44 Jahre), und 89,8 bzw. 88,0 in der ältesten Dekade (65-74 Jahre). Eine ähnliche Tendenz zeigte sich in den meisten Subscores. Die Regression zeigte, dass unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und sozioökonomischem Status ein schlechterer Visus mit einem geringeren Gesamtscore assoziiert ist (Schätzer pro 0,1 logMAR: -2,15, 95-%-Konfidenzintervall -2,29 - -2,01). Eine Sehschärfen-Differenz beider Augen war ebenfalls mit einem geringeren Gesamtscore assoziiert (Schätzer pro 0,1 logMAR -0,68, KI -0,75 - -0,61). Schlussfolgerung: Die GHS liefert erstmals populationsbasierte Daten zur sehbezogenen Lebensqualität in Deutschland. Diese Daten können von künftigen Studien als Vergleichswerte herangezogen werden. Nicht nur der Visus des besser sehenden Auges, sondern auch die Differenz beider Augen ist für die sehbezogene Lebensqualität von Bedeutung.
Referent/in: Tatyana Hergeldzhieva-Fileva (Sofia)
Introduction: Majority of working age population in our country is unaware about the need for spectacle correction of refractive errors and presbyopia. Aim: We conducted a screening of visual acuity of people in a working team in order to raise their awareness about the need for optical correction of refractive errors and presbyopia. Methods: The target company was a manufacturer of seat systems and components for seats. The staff in the company at the end of 2013 had a total of 800 persons. 71.8% of the workers were with secondary education, 20.2% - with basic, 6.1%- with higher, 1.1% - with college, and 0.7% -with elementary. The screening examinations were free of charge and voluntary for all individuals. The screening was performed for a period of six months. Monocular and binocular distance and near visual acuity were tested using an automatic phoropter and an automatic projector. Autorefraction was also performed. Results: For the period from November 2013 to April 2014, 641 individuals (aged 18 to 65 years) were screened. Only 24% of those aged over 45 years had used optical correction for near reading/ working till the time of examination. 58% of all screened workers had the need to wear optical correction because of refractive errors and / or presbyopia. We explained the benefits of using optical correction to improve visual comfort and prevent inflammatory diseases of the eyelids and headache. Moreover, correction of refractive errors led to optimisation of the working process. Conclusion: Our results of the visual acuity screening in this company demonstrate that, despity good education, majority of people are unaware about the need for correction of refractive errors and presbyopia.
Referent/in: Felice Lob (München)
Hintergrund: Die Leber’sche hereditären Optikusneuropathie (LHON) ist eine seltene, mitochondrial vererbte, neurodegenerative Erkrankung die zur progredienten Degeneration der Ganglienzellen des Sehnerven führt. Die Symptomatik mit zentralen Gesichtsfelddefekten und teils rasch progredientem Visusverlust beginnt in der Regel einseitig, betrifft im Verlauf jedoch meist auch die Gegenseite. Betroffen sind meist Männer mittleren Alters, die Inzidenz liegt bei 1: 50.000 bis 1: 100.000. Patienten und Methoden: In einer retrospektiven Studie wurden die Daten von LHON-Patienten erfasst, die sich in den Jahren 2014 und 2015 erstmals in der Ambulanz für vergrößernde Sehhilfen vorgestellt hatten. Demographische Daten, Visus, Vergrößerungsbedarf und bereits vorhandene bzw. dann verordnete Hilfsmittel wurden ausgewertet. Außerdem wurde erfasst, ob bereits Kontakt zu einer Selbsthilfeorganisation, wie z.B. einem Blindenbund bestand, oder dieser erst vermittelt wurde. Ergebnisse: Es wurden die Daten von 91 LHON-Patienten im Alter von 6-75 Jahren untersucht. Der bestkorrigierte Visus lag am besseren Auge zwischen Lux und 1,5. 71% der Patienten waren wesentlich sehbehindert (Visus≤0,3), 35 % waren blind im Sinne des Gesetzes. An Hilfsmitteln waren bei beiden Patientengruppen v.a. Bildschirmlesegeräte (BLG, 49%) und elektronische Lupen (37%) bereits vorhanden, 20 bzw. 25 % der Patienten bekamen sie neu verordnet, gefolgt von Vorlesegeräten (in 15% vorhanden, in 12% der Fälle neu verordnet) und Kantenfilterbrillen (bei 11% vorhanden bzw. neu verordnet). Kontakt zu einem Blindenbund bestand bei 37% der Patienten und wurde bei 40 % neu vermittelt. Schlussfolgerung: LHON-Patienten werden im Verlauf der Erkrankung zu einem großen Anteil wesentlich sehbehindert und benötigen entsprechende Hilfsmittel zur visuellen Rehabilitation. Im Bezug auf die soziale/berufliche Rehabilitation ist die Anbindung an eine Organisation wie z.B. einen Blindenbund sinnvoll. Unsere Daten lassen darauf schließen, dass die Versorgung mit vergrößernden Sehhilfen regional teils unzureichend und die Möglichkeit Unterstützung über z.B. einen Blindenbund zu erhalten einigen Patienten nicht bekannt ist. Der behandelnde Augenarzt sollte die verschiedenen Reha-Möglichkeiten kennen und ggf. Kontakt zu entsprechenden Stellen herstellen um die Patienten bestmöglich zu versorgen.
Referent/in: Katharina Böttner (Münster)
Fragestellung: Für die Behandlung von Patienten mit einer Uveitis sind zurzeit nur wenige Therapien zugelassen, so dass regelmäßig auf eine Off-Label Therapie gewechselt werden muss. In dieser retrospektiven Studie wird untersucht, wie häufig eine Kostenübernahme erfolgt und ob es Gründe gibt, die eine Kostenübernahme wahrscheinlicher machen. Methodik: In die Untersuchung wurden alle Patienten einbezogen, bei denen von Mai 2015 bis März 2016 ein Antrag für die Therapie mit Adalimumab im Off Label-Use gestellt wurde. Folgende Faktoren wurden untersucht: Alter, assoziierte Erkrankung, Aktivität der Uveitis, vorherige Therapie und Visus zur Antragsstellung sowie der Versicherungsstatus. Ergebnisse: Insgesamt wurden 54 Anträge berücksichtigt. Davon waren 41 Erstanträge mit einer Zustimmung von 63%. Alle 13 Verlängerungsanträge wurden befürwortet. Im Widerspruchverfahren erfolgte die Zustimmung bei 4 von 7 (57%) Fällen. Unter den 41 Erstanträgen waren 14 Patienten unter 18 Jahren. Davon erhielten 8 (57%) eine Zustimmung im Vergleich zu 18 von 27 (66,6%) der Erwachsenen (p=1). Das Sehvermögen am besseren Auge lag bei 9 (34%) der genehmigten Anträge bei 0,4 Dezimal oder weniger und bei den abgelehnten bei 5 (33,3%). Insgesamt hatten 23 Patienten eine assoziierte Grunderkrankung (darunter JIA: 42%; M. Bechterew: 42%). Patienten mit einer Grunderkrankung bekamen eine Zustimmung in 19 (82%) Fällen, während Patienten ohne Grunderkrankung diese nur in 36,8% erhielten (p=0,19). Auch in der Zustimmungsrate in Abhängigkeit von der Aktivität der Uveitis fand sich mit einer Rate von 66,6% bei aktiver Inflammation gegenüber 54,5% bei inaktiver Entzündung kein deutlicher Unterschied (p=0,78). Gleiches traf auch für das Vorhandensein von okulären Komplikationen und der vorherigen Therapie zu. Der Anteil der PKV Versicherten lag bei nur 2 Patienten, die beide eine Zustimmung erhielten (p=0,63) Schlussfolgerung: Patientenspezifische Faktoren, die die Genehmigung eines Off-Label- Antrages für Adalimumab wahrscheinlicher machen, lassen sich nicht definieren. Einzig das Vorhandensein einer assoziierten Grunderkrankung macht eine Zustimmung wahrscheinlicher. Insbesondere Faktoren, wie Komplikationen und Sehvermögen scheinen ohne Bedeutung zu sein.
Referent/in: Michael Dutescu (Aachen)
Fragestellung: Im folgenden Beitrag soll die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) vorgestellt werden. Diese von der WHO eingeführte Klassifikation kehrt die Bewertung von Behinderungen in eine Bewertung von Fähigkeiten um. Sinn und Zweck dieser Betrachtungsumkehr ist es, strukturierter auf Rehabilitationsbedarf und Möglichkeiten zu reagieren sowie die Ergebnisse von Rehabilitation messbar zu machen. Wir wollen versuchen, anhand von drei Fallbeispielen den möglichen konkreten Nutzen im augenheilkundlichen Umfeld darzustellen. Methodik: Drei Individuen mit einer schweren, vergleichbaren Sehbeeinträchtigung mit einer Sehkraft von 0.25 auf dem jeweils besseren Auge wurden mittels ICD-10 und ICF klassifiziert. Die ICF Klassifikation erfolgte durch Befragung und subjektive Angaben der Probanden. Durch die Betrachtung der Fähigkeiten wurden die individuellen Unterschiede im Erleben und Umgang mit der Erkrankung in Abhängigkeit von Umweltfaktoren und Begleiterkrankungen offenbar. Ergebnisse: Anhand der ICD 10-Klassifikation lässt sich kein Hinweis und Unterschied des individuellen augenheilkundlichen Rehabilitationsbedarfes feststellen. Die ICF Klassifikation offenbart in einer ganzheitlichen Betrachtung die Situation des Individuums und hilft Alltagsbarrieren aufzudecken. So zeigt Individuum 1 eine allein durch die Sehstörung nicht erklärbare Einschränkung der Teilhabe am sozialen Leben, allerdings eine Komorbidität der ängstlichen Depression und der sozialen Isolation. Individuum 2 dient hier als Referenz einer rein okulären Problematik. Individuum 3 hingegen bedarf, durch die bestehende Taubheit, ebenso wie Individuum 1 einer individualisierten Förderung. Schlussfolgerungen: Die Komplexität der Klassifikation nach ICF offenbart, bei vergleichbaren ophthalmologischen Befunden, eklatante Unterschiede der Fähigkeiten und des Rehabilitations-bedarfes einzelner Patienten. Der damit verbundene langwierige Evaluationsaufwand wird derzeit nicht vergütet, und trifft in der Augenheilkunde auf ein Fach ohne strukturierte ärztlich initiierte und seitens der Leistungsträger etablierte und gegenfinanzierte Rehabilitation. Dies verhindert eine Einführung und ökonomische Wertschöpfung dieses wertvollen Klassifikationssystems. Weiterhin bestehen derzeit Anwendungsbarrieren durch das Fehlen eines ICF Core Sets, mangelnder Klärung der Implementierung, Finanzierung und des Datenschutzes.
Referent/in: Stefanie Frech (Rostock)
Objective: In Germany, epidemiologic data on primary open-angle glaucoma (POAG) are rare. Considering the aging population, the prevalence rises and the socio-economic impact increases. The demographic changes show the importance of an adequate treatment of POAG to prevent visual impairment and a treatment-related decline in quality of life. To assess prevalence, incidence and compliance, data from the largest German health insurer were assessed. Methods: Inpatient and outpatient details of glaucoma patients were analyzed using a longitudinal health insurance data set from 2004-2013 including 250,000 individuals aged 50 years and older. Quarter-specific information included general demographic data, data concerning diagnosis and disease status, medical care parameters, and medication details. Additionally, POAG prevalence dates as well as incidence rates were evaluated and compared. Results: The data provided detailed insights into the demographic structure of POAG patients in Germany. The age group specific percentage of POAG was up to 0.5 percentage points higher for female than for male patients. Prevalence steadily increased up to the age of 80 reaching a maximum of 4.5% independent of gender. Regarding patients´ compliance, the percentage of diagnosed POAG was compared with the percentage of filled prescriptions, demonstrating a substantial discrepancy. The medical item collection data clearly showed the non-compliance of up to 50% of POAG patients, as eye drops were not regularly collected from the pharmacy. 0.2% of all patients with diagnosed POAG (4%) received surgical treatment. Conclusion: This is the first study evaluating health claim data for general epidemiologic and patient-specific information about compliance. The results demonstrate that this database is a valuable source for glaucoma assessment to characterize the burden of the disease. A more detailed analysis of compliance-related data including the assessment of general and eye co-morbidities associated with the disease will provide deeper knowledge to improve compliance and quality of life.
Referent/in: Igor Gapunin (Kyiv)
Portable diagnostic tools are very useful in fast modern lifestyle. Smartphone is capable to acquire, store, process and send information, including photo and video. The aim of the study was to investigate possible areas of smartphone usage in out-patient ophthalmology facility. Two different types of smartphone were used. They were equipped with 5 and 3 MP digital cameras with integrated LED flashlight,5 inch LED display. 120 persons from 5 to 70 years were examined. Every patient underwent 2- staged ophthalmic examinations. Smartphone-based tests were performed initially followed by standard diagnostic tests. Smartphones were used for: visual acuity measurement with Snellen optotypes on display, color and contrast sensitivity investigation, Amsler grid test, photo and video assessment of eye position and eye movements in strabismus, anterior segment macrophoto, flashlight test for anterior chamber angle measurement, pupillary reactions investigation, detection of media opacifications, and indirect fundus examination with 20 D aspheric lens. Standard tests included: Snellen chart visual acuity, printed Rabkin and contrast sensitivity tables, printed Amsler grid, slit lamp biomicroscopy, fundus examination with 90 D aspheric lens. There were no statistically significant differences in visual acuity measurements, color and contrast sensitivity, Amsler grid test, eye position and movements, acquired with smartphone and standard tests. Macrophotos of anterior segment are much less informative than slit lamp examination. Dilated fundus examination with 20 D aspheric lens, which require some training, allowed detecting and capturing major retinal and optic nerve abnormalities. Portability, low price, fast photo and video information transmission are main advantages in smartphone-based ophthalmic examination. Smartphone-based diagnostic tests are extremely useful in rural areas, where traditional ophthalmic equipment and ophthalmologist are inaccessible. Most of tests could be performed by technician, and all of them – by primary care physician. It takes few seconds to send information from primary care specialist to an ophthalmologist for decision making. Smartphone is quite helpful in primary ophthalmic care despite some elementary tests, such as IOP measurement and perimetry can’t be performed via smartphone software. A high rate of technical progress will enable not only to determine IOP but to perform OCT based on smartphone device in a short time.
Referent/in: Christian Wolfram (Hamburg)
Fragestellung: Das Burnout-Syndrom ist gerade für „helfende Berufe“ als Hindernis in der praktischen Berufsausübung bekannt. Die hier vorgestellte Studie versucht eine Annäherung an die Verbreitung des Burnout-Syndroms in der Augenheilkunde und identifiziert krankmachende und salutogenetische Faktoren. Methodik: Das in der Burnout-Forschung am besten etablierte Messinstrument ist der so genannte Maslach Burnout Inventory (MBI), der verschiedene Ebenen des Burnout-Syndroms erfasst (emotionale Erschöpfung, Depersonalisierung und niedrige persönliche Leistungsfähigkeit). Dieser Fragebogen wurde im Rahmen einer Online-Umfrage unter Ophthalmologen aus Hessen und Rheinland-Pfalz von 107 Augenärztinnen und Augenärzten ausgefüllt. Davon waren 72 Prozent als niedergelassene Ophthalmologen tätig, 28 Prozent arbeiteten in einer Augenklinik, 44 Prozent waren weiblich und 56 Prozent männlich. Ergebnisse: Eine hohe emotionale Erschöpfung fand sich bei 39,3 Prozent, eine hohe Depersonalisierung bei 28,0 Prozent und eine niedrige persönliche Leistungsfähigkeit bei 22,4 Prozent der Studienteilnehmer. Im Vergleich nach Subgruppen waren eine erhöhte emotionale Erschöpfung häufiger bei Frauen als bei Männern zu beobachten (44,4 vs. 38,6%), ebenso bei Niedergelassenen gegenüber Ophthalmologen in Kliniken (45,8 vs. 30,0%) sowie bei jüngeren Augenärzten bis 45 Jahren im Vergleich mit älteren Augenärzten über 61 Jahren (45,7 vs. 23,1 %). Für die anderen Burnout-Dimensionen waren Unterschiede zwischen Subgruppen geringer ausgeprägt. Die emotionale Erschöpfung nahm mit dem Lebensalter und der Berufserfahrung tendenziell ab, die persönliche hingegen zu. Eine sportliche Betätigung zeigte sich vor allem hinsichtlich der persönlichen Leistungsfähigkeit und eine regelmäßige Essenseinnahme hinsichtlich der emotionalen Erschöpfung als protektiv. Schlussfolgerungen: Burnout ist auch in der Augenheilkunde ein relevantes Problem. Die hohe Verbreitung der emotionalen Erschöpfung unter Ophthalmologen ist als ein Warnsignal zu verstehen, sich innerlich vom „Traumberuf Augenarzt“ zu entfernen. Dass die persönliche Leistungsfähigkeit auffallend weniger häufig eingeschränkt ist, zeigt, dass vielen trotz emotionaler Widrigkeiten ein berufliches Weiterarbeiten weiterhin möglich ist und Berufs- und Lebenserfahrung die Problematik tendenziell mindert. Die Identifikation und Förderung individueller Protektivfaktoren kann dazu beitragen, eine emotionale Abdrift im Beruf zu vermeiden.
Referent/in: Ursula Hahn (Düsseldorf)
Zielsetzung: Der aktuelle und perspektive Beitrag angestellter Ophthalmologen an der vertragsärztlichen ophthalmologischen Versorgung (VOV) insgesamt und nach Betriebsformen soll quantifiziert werden. Material: Die Auswertung nach Personenzahlen und Bedarfsplanungsgewichten (BPG) basiert auf den „Statistischen Informationen aus dem Bundesarztregister“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 2014. BPG steht für den genehmigten zeitlichen Umfang der ärztlichen Tätigkeit, (BPG < 1 = Teilzeittätigkeit). Der Anteil angestellter Ophthalmologen wird ermittelt für 1. an allen an der VOV teilnehmenden und 2. neu in die VOV kommende Fachärzte sowie 3. die Betriebsformen Einzelpraxis (EP), Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) und Medizinische Versorgungszentren (MVZ). Ergebnisse: In 2014 nahmen 5.773 Ophthalmologen an der VOV teil, davon 21 % (1.226) angestellt. Die Summe nach BPG betrug 5.323, davon 16 % (859) angestellt. In 2014 kamen 340 Ophthalmologen neu in die VOV, davon 77 % (262) angestellt. Der Zugang nach BPG lag bei 294, davon 69 % (202) angestellt. In EP arbeiteten 2.833 Ophthalmologen, davon 10 % (284) angestellt. BAG: 2.411 Ophthalmologen, davon 21 % (500) angestellt. MVZ: 529 Ophthalmologen, davon 84 % (442) angestellt. Diskussion: Sowohl nach Personen wie nach BPG war der Anteil angestellter Ophthalmologen in der VOV in 2014 hoch, bei Neuzugängen dominieren angestellte Fachärzte sogar. Selbst wenn ein Teil davon noch in die Selbständigkeit wechselt, wird erwartbar der Anteil angestellter Ärzte in der VOV weiter steigen. Der Anteil angestellter Ophthalmologen nach ärztlicher Arbeitszeit (BPG) bleibt durchgängig hinter der nach Personenzahl zurück. Schlussfolgerung: Angestellte Ophthalmologen sind in der ambulanten Versorgung Alltag und in allen Bereichen tätig. Sie haben aktuell bereits einen relevanten und perspektivisch weiter steigenden Anteil an den in der vertragsärztlichen ophthalmologischen Versorgung tätigen Fachärzte. Sie sind in allen Betriebsformen – auch Einzelpraxen – tätig. Das größte relative Gewicht haben sie in MVZs. Die absolute Zahl in EP und BAG angestellter Ophthalmologen übersteigt jedoch die der in MVZs tätigen Ärzte. Angestellte Ärzte arbeiten häufiger Teilzeit als selbständige Ärzte, für die Aufrechterhaltung des Status quo ophthalmologischer Arbeitszeit in der VOV muss die Zahl tätiger Ophthalmologen steigen.
Referent/in: Gurinder Singh (Kansas City, Kansas)
Introduction: Influx and relocation of refugees from Far and Middle East to the Western world has significantly changed the demographics of ophthalmic patients in the host countries. Proper diagnosis and management of imported ocular diseases and pathology are an inherent challenge for the ophthalmic community of the effected countries. One such challenge is sudden increase in incidence and management of mature and complex cataracts, especially in presence of ocular co-morbidity. Methods: Patients with poor visual acuity primarily attributed to mature or hyper-mature nuclear sclerotic and/or cortical cataract were identified. Slit-lamp, biometric, ultrasonic and macular function evaluation were performed before assigning these patients for cataract removal and intraocular lens (IOL) implantation. Special attention was given to rule out infectious pathology of ocular adenexa and lacrimal apparatus before surgery. Anterior capsule was stained with intracameral Trypan-blue dye for proper anterior capsulorrhexis. Higher than standard settings were used for aspiration and phacoemulcification of lens nucleus. Anterior vitrectomy with sulcus supported IOL implantation was resorted to in eyes that had inadvertent rupture of posterior capsule. Results: Total of 29 out of 432 (6.7%) eyes operated for cataract removal during 2014-15 had Mature or Hyper-mature lens that needed Trypan-blue dye before anterior capsulorrhexis. Out of 29 such eyes, 26 were of refugee patients from Nepal, Iraq and Burma; almost 9 times higher incidence in refugees than local population. Two refugee eyes needed treatment of chronic dacryocystitis and three needed management of chronic meibomitis before cataract removal. Three eyes developed accidental posterior capsule rupture requiring anterior vitrectomy and sulcus supported IOL; all in refugee patients with hyper-mature cataract. Conclusions: Socio-economic and geo-political factors delayed refugees to seek treatment for cataracts in their home countries. Ophthalmologists in host countries face language barriers and non-familiarity with certain eye diseases and their management; which are commonly prevalent in home countries of refugees. Trachoma, late diagnosis of glaucoma and cataract, dacryocystitis, dry eye, entropion/ectropion etc. are some of the common ocular problems inherent with refugee migration. Western world, esp. Germany, with Syrian refugees, needs to prepare and rearrange its ophthalmic resources to meet new challenges.
Referent/in: Milan Ivanisevic (Split)
Objective: Many things are said and written about famous Albrecht von Graefe, one of the greatest ophthalmologists of all times. His work and life are presented in many congress papers, articles, journals and books. However the places where he lived and worked in Berlin are written very little about, and never in one paper. Therefore this work gives detailed description in words and pictures of the places where he lived and practiced ophthalmology during his short life. Methods: The author analyzed in detail his life, getting in contacts with Berlin Museum of Medical History, Central and Regional Library Berlin and medicohistorians in Germany. Extensive literature research is also made and the autor travelled to Berlin, and was himself on the former places where von Graefe lived and work. Results: Von Graefe was born 1928 in villa Finkenherd in the north-west part of Tiergarten in Berlin (Hansaviertel district today). He lived there during summer and during winter seasons in a beautiful and big house in Behrenstrasse 48. In the same street beside his house he opened 1850 ophthalmological office although he performed bigger operations in a rented apartment in Johannisstrasse. In 1852 he founded a famous private Eye clinic in Karlstrasse 46 (today on the east side of Kronprinzenbrücke on the river Spree) where he treated numerous eye patients and educated many prominent ophthalmologists and surgeons. In 1853 he hired an apartment in Unter den Linden 7. From 1858 to 1865 he moved again in Behrenstrasse on the other location. After that he lived with his family for two years in Bellevuestrasse 16 near to Potsdamer Platz. 1868 he became a head of the Ophthalmology cathedra, and a chair of the Eye clinic in Charité hospital. Since than he lived in a spacious house on Viktoriastrasse 34 till his death in 1870 (today beside Berlin Philharmonic). His burial place is on the Kirchof Jerusalem und Neue Kirche II cemetary in Kreuzberg area of Berlin south of Hallesches Tor. The description given, shows what happened with mentioned places and how they look like today. Conclusion: Although Albrecht von Graefe lived for only 42 years he travelled very much but the most part of his life he spent in the city of Berlin. The results of this presentation will be interesting for many ophthalmologists especially those who research the work and life of the "father of glaucoma" and founder of modern ophthalmology.