Postersitzungen, Samstag, 1. 10. 2016

 
dt/engl
Posterkabinett 3 13:45 - 14:45 01.10.2016
Postersitzung PSa03
Kornea: Keratokonus und Sicca Syndrom // Keratoconus and Sicca Syndrome
Vorsitzende/r: Adrian Gericke (Mainz), Walter Sekundo (Marburg)

Referent/in: Regine Vogt (Regensburg)
Hintergrund: Die okuläre Graft-versus-Host Erkrankung (oGvHD) ist im Wesentlichen eine Erkrankung der Augenoberfläche, die mit einer schweren Benetzungsstörung und Inflammation einhergeht. Patienten, die an einer oGvHD leiden, zeigen häufig dilatierte (Blut)Gefäße im Bereich der Konjunktiva und der Lidränder. Im murinen Sjögren-Syndrom-Modell konnte eine erhöhte Dichte an Lymphgefäßen (LG) im Bereich der Konjunktiva nachgewiesen werden. Tiere dieses Modells zeigen deutliche phänotypische Ähnlichkeiten mit Tieren, die eine Graft-versus-Host Erkrankung entwickeln. Insbesondere zeigen sich in beiden Modellen vergleichbare, sehr ausgeprägte Veränderungen der Lidkanten. Unser Ziel ist es, das Ausmaß an LG im murinen GvHD- Mausmodell zu analysieren, um die Rolle der Lymphangiogenese bei der Pathogenese der GvHD zu evaluieren. Methoden: CB6F1 Tiere erhielten nach letaler Ganzkörperbestrahlung (TBI, 13 Gy) entweder 2,5 x 106 Knochenmarkzellen von haploidenten BALB/c Mäusen allein (KMT Mäuse) oder in Kombination mit 5 x 106 Splenozyten zur Induktion einer GvHD (GvHD Mäuse). Insgesamt 35 Augen mit angrenzendem oberen und unteren Lidrand wurden an Tag 11-12 (n= 4 Augen), Tag 18-21 (n=17 Augen) und Tag 25-28 (n=14 Augen) nach Transplantation entfernt und in Paraffin eingebettet. 2 µm-Schnitte der Lidkanten wurden mit 1.) einem polyklonalen anti-LYVE1 Primärantikörper als spezifischem Lymphendothelmarker und 2.) einem AP-konjugierten Sekundärantikörper inkubiert. Von jedem Schnitt wurden insgesamt vier Gesichtsfelder in 40facher Vergrößerung, jeweils zwei vom oberen und zwei vom unteren Lidrand, analysiert. In jedem Gesichtsfeld wurde 1.) manuell die Anzahl der LG ausgezählt und 2.) mittels Image J die durch die LG bedeckte Fläche quantifiziert. Ergebnisse: Lidränder von GvHD Mäusen wiesen an Tag 11-12, Tag 18-21 und Tag 25-28 nach Knochenmarktransplantation im Vergleich zu Kontrolltieren eine signifikant größere von LG bedeckte Fläche auf (p< 0,05). Die Anzahl an LG zeigte jedoch keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen. Schlussfolgerung: Im vorliegenden murinen GvHD-Modell scheint die Struktur der LG im Rahmen der oGvHD verändert zu sein. Die Zunahme der durch LG bedeckten Fläche, nicht aber der Anzahl an LG bei GvHD Tieren im Vergleich zu Kontrolltieren könnte durch eine Dilatation bereits bestehender LG bedingt sein. Weitere Untersuchungen sind notwendig um zu zeigen, ob es im Rahmen der oGvHD zu einer aktiven Lymphangiogenese kommt.
Referent/in: Elisabeth M. Messmer (München)
Purpose: Dry-eye disease (DED) is one of the most common pathological conditions of the eye, affecting millions of patients. Meibomian gland dysfunction (MGD) is thought to be one of the core reasons for DED. Recently the novel eye lubricant perfluorohexyloctane (F6H8) has been certified as a medical device under the names NovaTears® and EvoTears®. This non-aqueous, non-blurring, preservative-free lubricating agent reduces shearing forces between surfaces, strengthens the lipid layer and thereby prevents evaporation. After a first observational study showed beneficial effects in patients with mild to moderate evaporative DED, a comparable study was conducted in patients with DED due to mild to moderate MGD. Methods: 72 patients with DED due to mild to moderate MGD were included in an open, prospective, uncontrolled post-market clinical follow-up study and, after providing their informed consent, applied NovaTears® 4 times daily in both eyes for 7 weeks. Clinical examination included visual acuity (VA), intraocular pressure (IOP), Schirmer test without anesthesia, tearfilm break-up time (TFBUT), corneal and conjunctival fluorescein staining, as well as assessment of lid margins and meibomian gland secretions. In addition, symptoms were analyzed using a questionnaire similar to the Ocular surface disease index (OSDI©). Results: In this study, TFBUT increased significantly: OD from 5.8 (±2.5) to 8.7 (±4.6), p< 0.0001; OS from 5.3 (±2.4) to 8.3 (±5.0), p< 0.0001. Ocular surface staining decreased significantly: OD from 2.8 (±1.7) to 1.8 (±1.6), p< 0.0001; OS from 2.8 (±1.6) to 2.1 (±1.6), p< 0.0001. OSDI decreased from 37 (±13) to 26 (±17), p< 0.0001. Meibum quality improved in a great proportion of patients. Schirmer test without anesthesia, VA and IOP did not change over time. Five patients reported adverse events of mainly mild and moderate severity. Conclusions: This second observational study in patients with DED due to mild to moderate MGD showed comparable results to the first study in patients with mild to moderate evaporative DED. Both patient groups benefited from using NovaTears®. In particular, tear film stability increased, while ocular surface staining and OSDI scores decreased significantly over the time course of the study. NovaTears® was well tolerated with only few adverse events and an excellent safety profile in mild to moderate DED.
Referent/in: Karsten Kortüm (München)
Fragestellung: Das schwere Trockene Auge (TA) geht typischerweise mit Oberflächenstörung, Entzündung, Reduktion des funktionellen Visus und Verlust an Lebensqualität einher. Seit Juli 2015 ist eine kationische, 0.1%ige Ciclosporin A (CSA) Öl-in Wasser- Emulsion (Ikervis®) zur Behandlung der schweren Keratitis bei therapierefraktärem TA zugelassen. Wir berichten hier über unsere ersten Therapieerfahrungen mit diesem Präparat. Methodik: Alle 70 Patienten, bei denen von Juli 2015 bis März 2016 CSA 0,1% in der zugelassenen Indikation verordnet worden war, wurden in einer Forschungsdatenbank erfasst. Ein Teil der Patienten (32/70 Patienten) war von Apothekenrezepturen auf CSA 0,1% umgestellt worden und wurde für die vorliegende Studie nicht berücksichtigt. 16 Patienten wurden neu auf Ikervis® eingestellt und es lag mindestens ein Beobachtungszeitraum von 3 Monaten vor. Für diese Patienten wurden Snellen-Visus, Symptome sowie klinische Zeichen des Trockenen Auges (Bindehauthyperämie Grad 0-3, Hornhautstippung Grad 0-5, Tränenfilmaufrisszeit etc.) vor und unter Therapie mit CSA 0,1% retrospektiv erfasst. Nebenwirkungen wurden dokumentiert. Ergebnis: Es wurden 16 Patienten (88% weiblich, median 62 Jahre) eingeschlossen. Zu Therapiebeginn mit CSA 0,1% applizierten 14 Patienten Tränenersatzmittel, 6 kortisonhaltige Augentropfen, 3 antibiotische Augentropfen, 5 führten Lidkantenpflege durch, und 2 Patienten nahmen orales Doxyciclin ein.Bei der ersten Kontrolluntersuchung (ø 112 ± 30 Tage nach Therapiebeginn) gaben 10 Patienten (62,5%) eine Beschwerdebesserung an. Der Visus des jeweils besseren Auges war unverändert zur Basisuntersuchung und betrug 0,9 ±0,14 vs. 0,85 ± 0,2. Die Hornhautstippung lag vor Therapiebeginn bei 2,2 ± 1,16 und reduzierte sich 3 Monate nach CSA 0,1% signifikant auf 1,25 ±1,0 (p=0,001). Die Tränenfilmaufrisszeit (3,2 ± 2,4 vs. 3,6 ±2,9 Sekunden) sowie die Bindehauthyperämie (0,66± 0,8 vs. 0,57 ±0,6) änderten sich unter Therapie nicht signifikant. 3 Patienten (18,8%) beendeten die Therapie aufgrund des Brennens nach Tropfenapplikation. Schlussfolgerung: Unsere ersten Erfahrungen mit kationischem CSA 0,1% in der Behandlung des TA zeigten eine Besserung der Symptome sowie ein Reduktion der klinischen Zeichen, insbesondere der Oberflächenstörung. Mögliches Brennen bei Tropfenapplikation muss kommuniziert werden, um einen frühen Therapieabbruch zu vermeiden. Unsere Daten bestätigen die Ergebnisse der Zulassungsstudien.
Referent/in: Rita Oravecz (Köln)
Fragestellung: Benzalkoniumchlorid (BAC) ist das am häufigsten verwendete Konservierungsmittel in Augentropfen, obwohl seine hohe Zelltoxizität bis in tiefere Cornea- Schichten seit langem bekannt ist. Unser Ziel war es, einen Zusammenhang zwischen Konzentration und Tropfrate von BAC, die zu einer Schädigung führt, aufzuzeigen. Methodik: 0.01 % BAC wurde über 3 Tage in verschiedenen Tropfraten (stündlich / 12x / 4x / 3x / 1x täglich), 0,02 % BAC, sowie 0,005 % BAC 6x tgl. apikal auf Kaninchenhornhäute in einer künstlichen Gewebekammer (EVEIT System) appliziert. Initial wurden mechanisch epitheliale Erosionen (2.8 - 3.8 mm2) induziert. Die toxikologischen Auswirkungen von BAC in den unterschiedlichen Tropfraten wurden täglich mittels Fluoreszein-Anfärbung, sowie Optischer Coherence Tomography (OCT) – Aufnahmen dokumentiert. Eine Aussage zur cornealen Vitalität über den Testzeitraum erfolgte durch die tägliche Quantifizierung von Glucose und Laktat im artifiziellen Vorderkammerwasser. Die Auswirkungen der verschiedenen Tropfraten auf die Integrität der Hornhautbarrierefunktion wurden mittels Hornhautdiffusionsversuchen mit Fluoreszein-Natrium getestet. Zur Visualisierung der cornealen Schädigung wurden die Kaninchenhornhäute histologisch ausgewertet. Ergebnisse: Eine mit der Konzentration und Tropfrate abnehmende Schädigung der Hornhaut konnte im EVEIT-System gezeigt und quantitativ dokumentiert werden. Eine 0,02 % BAC-Applikation zeigte die höchste Toxizität im Hornhautmetabolismus, die 0,005 % BAC Applikation die geringste. Dieses Ergebnis spiegelte sich ebenfalls in der quantitativen Auswertung des epthelialen Schädigungsverlaufes. Schlussfolgerungen: Das EVEIT-System erweist sich als hochsensitives, reproduzierbares Ex-Vivo-Modell für die Kaninchen-Hornhaut, mit welchem toxikologische Vorgänge dosisabhängig qualitativ und quantitativ darstellbar sind.
Referent/in: Olena Ivanovska (Odessa)
Background: Keratoconus progressing demands sooner or later surgical treatment - penetrating keratoplasty (PК), however progressing astigmatismis often observed, leading to visual acuity decrease that isdifficult to correct, possible it is of keratoconus recurrens. Purpose: Analysis keratoconus recurrens cases after PК. Methods: The retrospective analysis of keratoconus recurrens after PК was performed at 23 patients (34 eyes): terms of corneal ecstasy development, astigmatism degree, changes of the pachymetry data during the period after suture removal from the graft and occurrence of recurrens signs,conditions of anterior chamber angle, intraocular pressure and graftsremoved at reoperations pathohystology. Diameter of the donor’s grafts was from 7.0 to 7.6 mm. Results: Corneal ecstasy development was observed in follow up from 4 till 18 years, on the average in 11.80 (SD3.29) years after PК. During the period between suture removal from the corneal graft and keratoconus recurrens astigmatism has raised from 4.5 to 18.0 D, on the average to8.83 (SD3.27) D, sphere - to-10.26 D (SD5.71) D. In 77.3 % of cases the corneal astigmatism main axis after PК coincided with the axis beforeoperation. The corneal graft thickness has made 520.17(SD32.18) mk.Ectatic changes have been more often expressed in the lower half of graft’s ring margin in bilateral corneal part. Gonioscopy in all cases of corneal ectasy recurrens has detected filtrative zone mesodermal disgenesis ofvarious degree. IOP was 20.0 (SD2.13) mm Hg. PК reoperation has been performed in 9 patients (12 eyes) in terms from 8 till 25 years, on theaverage in 16.85 (SD5.48) years after primary keratoplastyc in cases of irregular astigmatism and contact correction intolerance. Removed grafts pathohystology in all cases has shown typical to keratoconus changes. Conclusion: Keratoconus recurrens basically has been diagnosed in the second decade after PК. Risk factors of keratoconus progressing wereanterior chamber angle closure by the mesodermal tissue remnants,intolerant for the eye IOP, cornea elastic properties weakness – coincidence of the postoperative corneal astigmatism main axis with preoperative axis in 77.3 % of cases.
Referent/in: Janine Lenk (Dresden)
Fragestellung: Die Bestimmung des Kortisolwertes im Haar hat sich als Biomarker für die Evaluation von chronischem Stress etabliert. Ziel dieser Studie war es, zu untersuchen, ob es einen Unterschied in den Haarkortisolkonzentrationen bei Patienten mit stabilem und progredientem Keratokonus gibt. Methodik: 70 Teilnehmer (15 gesunde Probanden, 28 progressive (pKK) 27 stabile (sKK) Keratokonuspatienten) wurden in diese prospektive Beobachtungsstudie eingeschlossen. Es wurden Haarsträhnen von Gesunden, von stabilen und progressiven Keratokonuspatienten analysiert, um deren Haarkortisolgehalt miteinander zu vergleichen. Ausgehend von einem durchschnittlichen Haarlängenwachstum von 1cm/Monat, wird angenommen dass der Haarkortisolgehalt eines 3 cm langen Haarsegmentes, das Stressprofil der letzten drei Monate repräsentiert. Wir haben Haarsträhnen mit einem Durchmesser von ca. 3 mm untersucht, die Skalp-nah am Hinterkopf entfernt wurden. Die Kortisolspiegelbestimmung erfolgte im Institut für Biopsychologie der TU Dresden mittels kommerziell erhältlichen Chemilumineszenz-Immunoassay (CLIA, IBL-Hamburg, Deutschland). Relevante soziodemographische Parameter wurden dokumentiert und es musste ein Fragebogen zur Evaluation von chronischem Stress (Trierer Inventar of Chronic Stress screening scale) beantwortet werden. Statistische Analysen erfolgten mittels SPSS: Chi²-test und ANOVA wurden verwendet, um Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zu analysieren. Ergebnisse: Patienten mit progressivem KK zeigten höhere Kortisolwerte verglichen mit stabilem KK und Gesunden (27,54 (CI 95% 19.31…39.28) vs. 18,2 (14.61…22.66) pg/mg p=0.043). Kein Unterschied bestand zwischen Gesunden und Patienten mit stabilem KK (16,33 (CI 95% 10,69 …24,95) vs. 19,28 (14,06 … 26,42) p=0,900). Normale Haarkortisolwerte reichen von 5-25 pg/mg. Es wurden vermehrt erhöhte Werte in der Gruppe mit progressivem KK verglichen mit Gesunden und Patienten mit stabilem KK gefunden (50% vs. 33% vs. 13%; p=0.05). Der BMI war bei den pKK leicht höher im Vergleich zu den Gesunden und sKK (27,06±7,5 vs. 24,5±4.5 p=0.086). Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Alter, Geschlecht und TICS-Wert zwischen den Gruppen. Schlussfolgerung: Diese Studie konnte zeigen, dass eine erhöhte Haarkortisolkonzentration ein Risikofaktor für die Progression des Keratokonus sein könnte und lässt vermuten, dass noch andere Faktoren außer chronischem Stress zu einer solchen beitragen.
Referent/in: Ingo Schmack (Frankfurt/Main)
PURPOSE: To evaluate effects of atopic syndrome on manifestation of keratoconus. METHODS: In this retrospective study we reviewed patient files and data generated by Scheimpflug imaging of 670 eyes of 434 keratoconus patients. Patients were divided into a study group consisting of patients suffering of atopic syndrome (110 eyes of 75 patients), namely allergic asthma, atopic dermatitis and/or allergic rhinitis and a control group with patients without known atopic syndrome (560 eyes of 359 patients). RESULTS: We found a significant difference with the mean age being 36.07 ±11.70 for the control group, 32.76 ±9.58 for the atopic group (P=0.002) with one atopic trait and 30.40 ±7.53 for patients with two or more atopic traits (P=0.002). No statistically significant differences were found in the mean corrected distance visual acuity, corneal pachymetry, minimum relative pachymetric progression (RPI min), mean refraction, keratoconus index (KI), Kmax and location of Kmax. However, However, we found a significantly higher corneal density for the anterior 120µm of the cornea in the atopic group (control: 20.74 ±4.68, atopic group: 21.92 ±4.65 P=0.016). CONCLUSION: Keratoconus patients suffering from atopic syndrome were significantly younger but showed no topographical changes except in corneal densitometry compared to keratoconus patients without an atopic disease. This suggests atopic syndrome is a factor which can trigger an earlier manifestation of keratoconus.
Referent/in: Sylvain El-Khoury (Mainz)
Purpose: To report incidence, clinical presentation, risk factors and treatment outcome of pediatric keratoconus in a tertiary referral eye hospital in Beirut, Lebanon. Methods: In this retrospective study, we evaluated all keratoconus patients aged ≤14 years newly diagnosed at the Beirut Eye Specialist Hospital, Beirut, Lebanon between January 2010 and December 2014. The incidence of pediatric keratoconus (PKC) among all pediatric patients and among keratoconus patients of all ages was assessed. PKC patients were evaluated for keratoconus stage, initial presentation, uncorrected visual acuity (UCVA), best-corrected visual acuity (BCVA), corneal topography and pachymetry. Patients were classified according to different treatment regime groups and different follow-up visits were evaluated. Results: During 5 years, 16 808 patients, out of whom 2 972 were ≤14 years, were examined. 541 patients were diagnosed with keratoconus, of those 16 were aged ≤14 years at time of diagnosis. Hence, incidence of PKC among pediatric patients was 0.53% and among adult patients (>14 years) keratoconus incidence was 3.78%. Initial presentation was during routine checkup (1/16), for allergic conjunctivitis (3/16), reduced vision (10/14) and corneal hydrops (mimicking keratitis) (2/14). Except for two patients lost to follow-up, all eyes received crosslinking (CXL) treatment, 16 eyes received additional intracorneal ring segments (ICRS). No progression of keratoconus was noted during the entire follow-up period and all procedures were well tolerated. Combined ICRS-CXL procedure showed significant (p=0.001) improvement of UCVA from 0.95±0.59 logMAR to 0.37±0.26 6 months after. Conclusion: In this first report of PKC incidence, results indicate that increased awareness for KC among children is needed, mainly in case of keratoconus family history, ocular allergy/pruritus, low BCVA, corneal hydrops and/or high astigmatism. CXL and ICRS+CXL in PKC both seem to be safe and effective for halting the progression of the disease and, in the latter case, improving UCVA and BCVA. An increasing population in German clinics with an origin from the Middle East, justifies the valuability of this population-based report for ophthalmologists practicing in Germany.
Referent/in: Ivana Pavlovic (Frankfurt)
PURPOSE: Target of this study was to analyse variables used for evaluation of keratoconus progression. We wanted to find a variable/variables which showed significant progression and could therefore be used for the decision whether a patient should be treated with cross linking. METHODS: In this retrospective study we reviewed patient files and data generated by Scheimpflug (Pentacam, Oculus) imaging of 71 eyes of 44 keratoconus patients (in average 31years old) who underwent cross linking at our clinic after progression was confirmed by a senior physician. Only keratoconus patients who had at least 2 preoperative examinations which were between 3 to 9 months apart were included. Variables measured with the Scheimpflug device of both preoperative measurements were compared by Wilcoxon-rank sum test (Stata 13, Statacorp). Variables which are used for keratoconus diagnosis were included: D-values, RPImin, ARTmax, Pachymin and Kmax. RESULTS: Difference between measurements were for Df 9% (p=0.102), for Db 6% (p=0.124), for Dp 9% (p=0.052), for Dt 10% (p=0.065), for Da 5% (p=0.042), for D 5% (p=0.057) for RPImin 6% (p=0.074), for ARTmax -3% (p=0.056), for Pachymin -1% (p=0.062) and for Kmax 1% (p=0.148). CONCLUSION: Variables used for primary diagnosis of keratokonus are not sufficient to judge progression of the disease if looked at seperately (except for Da no statistically significant difference found). Especailly variables which are not based on algorithms like Pachymin and Kmax show only very little difference and should not be used as the only parameters for judgement of progression.
Referent/in: Lamis Baydoun (Rotterdam)
Purpose: To evaluate the mid-term clinical results of Bowman layer transplantation, a new surgical technique to reduce and stabilize ectasia in eyes with advanced keratoconus, to postpone penetrating or deep anterior lamellar keratoplasty and to enable continued contact lens wear. Methods: In 22 eyes of 19 patients with progressive, advanced keratoconus, not eligible for UV-Crosslinking, a mid-stromal manual dissection was performed and an isolated donor Bowman layer was positioned within the stromal pocket. Before and up to 60 months after surgery, best spectacle-corrected visual acuity (BSCVA), best contact lens-corrected visual acuity (BCLVA), corneal tomography measurements, endothelial cell density, biomicroscopy, and intra- and postoperative complications were evaluated. Results: Mean maximum keratometry decreased on average from 77.2 (±6.2) D to 69.2 (±3.7) D at one month after surgery (P< .05), and remained stable thereafter (P>.05). Mean LogMar BSCVA improved from 1.27 (±0.44) before to 0.90 (±0.30) 12 months after surgery (P< .05), and stabilization thereafter (P>.05). During the whole follow-up period no change in mean BCLVA was observed (P>.05). Pachymetry increased from before to one month postoperatively (P< .05), after which no changes were found (P>.05). No postoperative complications were observed, and endothelial cell density remained stable from before to after the surgery (P>.05). Conclusions: With isolated Bowman layer transplantation, reduction of corneal ectasia and stabilization up to five years thereafter was achieved in eyes with progressive, advanced keratoconus. The procedure may be performed to postpone penetrating or deep anterior lamellar keratoplasty.
Referent/in: Karsten Kortüm (München)
Fragestellung: Das Crosslinking (CXL) stellt seit einigen Jahren eine wertvolle Therapieoption bei progressivem Keratokonus dar. Im Rahmen dieser Studie soll der Einfluss des CXL in Abhängigkeit vom maximalen Keratometriewert (Kmax) (über/unter 58 Dioptrien) auf den klinischen Hornhautbefund im Verlauf von 2 Jahren evaluiert werden. Methodik: In einer retrospektiven, nicht randomisierten Fallserie wurden 116 Augen (109 Patienten) mit progressivem Keratokonus mit dem beschleunigtem UV-X2000 (n=116, 9 mW/cm² UV-A für 10 Minuten; IROC Innocross) Verfahren behandelt. Es erfolgte eine Unterteilung in 2 Subgruppen: Kmax unter 58 Dioptrien (84 Augen, 78 Patienten) (Gruppe 1) sowie über 58 Dioptrien (32 Augen, 31 Patienten) (Gruppe 2), jeweils zu Therapiebeginn. Die Daten wurden in eine Forschungsdatenbank eingetragen, die die Daten von über 300.000 Patienten umfasst.Es wurden die klinischen Hornhautbefunde vor Therapie, nach 3, 12 und 24 Monaten analysiert. Als Attribute wurden erfasst: klare Hornhaut, Striae, Haze, Infiltrat, Trübung, Narbe, Ödem sowie Epitheldefekt. Ergebnis: Vor der Crosslinkingtherapie zeigte sich (jeweils Gruppe 1/2) zu 53,0%/22,6% eine klare Hornhaut, bei 42,2%/77,4% fanden sich Striae, bei 2,4%/0% Haze, bei 1,2%/0% eine Trübung und bei 1,2%/0% eine Narbe. Zu den Monaten 3, 12, 24 finden sich bei Gruppe 1 folgende Befunde: Klare Hornhaut: 44,2%/56,9%/65,8%; Striae: 37,7%/37,9%/42,1%; Haze: 58,4%/1,7%/0%; Infiltrat: 1,3%/0%/0%; Trübung: 7,8%/5,2%/15,8%; Narbe: 1,3%/3,5%/5,3%; Ödem: 2,6%/0%/0% sowie ein Epitheldefekt: 1,3%/0%/0%. Zu den Monaten 3, 12, 24 finden sich bei Gruppe 2 folgende Befunde: Klare Hornhaut: 40%/16%/13,3%; Striae: 73,3%/80%/73,3%; Haze: 33,3%/0%/6,7%; Infiltrat: 3,3%/0%/0%; Trübung: 13,3%/8%/13,3%; Narbe: 3,3%/4%/13,3%; Ödem: 6,7%/4%/0% sowie kein Epitheldefekt. Schlussfolgerung: Es zeigt sich, dass es in der Gruppe 1, nach initialer Verschlechterung des Hornhautbefundes nach CXL, zu einer Erholung Hornhautbefundes kommt. In Gruppe 2 hat der Anteil an klaren Hornhäuten über den Beobachtungszeitraum von 2 Jahren signifikant abgenommen (22,6% auf 13,3%; p< 0,05). Es konnte gezeigt werden, dass das CXL ein sicheres Verfahren für Patienten mit einem Kmax von unter 58 Dptr. ist und einen hohen Stellenwert in der Therapie des progressiven Keratokonus hat. Bei Kmax Werten von über 58 Dptr. muss die Indikation zurückhaltend gestellt werden, da es zu einer Verschlechterung des klinischen Befundes kommen kann.
Referent/in: Corinna Spira-Eppig (Homburg/Saar)
Fragestellung: Keratokonus (KC) wird als bilaterale Erkrankung beschrieben, welche sich in der Regel zunächst an einem Auge manifestiert und das kontralaterale Auge später ebenso betroffen ist. Wir stellten die Hypothese auf, dass diese Asymmetrie sowohl tomographisch als auch biomechanisch nachweisbar ist, und sich die Asymmetrie von einer Kontrollgruppe ohne KC unterscheidet. Methodik: Bei dieser retrospektiven Betrachtung wurden Patienten eingeschlossen, welche auf mindestens einem Auge mit der Pentacam als KC klassifiziert wurden (Topografische Keratokonusklassifikation TKC ≥ KK 1) (KC-Gruppe). Als Kontrollgruppe (präLASIK-Gruppe) wurden Patienten herangezogen, die für eine refraktive Laserbehandlung geplant waren, nachdem ein KC ausgeschlossen war und die Augen als gesund eingestuft wurden. Die topo- und tomografischen Parameter (TMS-5, Pentacam HR) sowie die biomechanischen Parameter (Ocular Response Analyzer) wurden sowohl intraindividuell (Wilcoxon-Test) als auch zwischen der KC-Gruppe und der präLASIK-Gruppe verglichen (Mann-Whitney-Test). Ergebnisse: Die Studie beinhaltete präoperative Datensätze von 68 LASIK-Patienten (Alter 20-59) und 345 von KC-Patienten (Alter 11-71). Die KC-Gruppe bestand aus signifikant mehr männlichen Patienten als die präLASIK-Gruppe (73% zu 39,7%, p< 0,001). Der Altersunterschied war statistisch nicht signifikant (p=0,219). Die Augen der Patienten wurden nach TKC-Ausprägung sortiert (KC Auge vs. Partnerauge), wobei in 64,6% das linke Auge stärker betroffen war (primäres Auge). In der präLASIK-Gruppe wurde das linke Auge als primär definiert. Die TKC war im Mittel 1,18 Stufen (0 bis 4) progredienter als im Partnerauge. Die mittlere Seitendifferenz für die einzelnen KC-Stadien (primäres Auge) 1/2/3/4 betrug für die mittlere korneale Brechkraft KMV 0,13/1,72/4,50/14,48 dpt, für den kornealen Astigmatismus 0,58/1,31/1,55/2,17 dpt, für die dünnste Stelle der Hornhaut -6/-22/-39/-91 µm und für KI 0,03/0,08/0,15/0,62. Alle Unterschiede waren hochsignifikant im Vergleich zur präLASIK-Gruppe, in der keine signifikante Asymmetrie festgestellt wurde. Schlussfolgerung: Mit der Studie konnte nachgewiesen werden, dass es sich bei Keratokonus um eine seitenasymmetrische Erkrankung handelt, deren Asymmetrie sich signifikant von Augen ohne Keratokonus unterscheidet. Möglicherweise lässt sich die Seitenasymmetrie als zusätzliches Diagnostikkriterium für KC einsetzen. Weitere Beobachtungen im longitudinalen Verlauf sind notwendig.