Postersitzungen, Freitag, 30. 9. 2016

 
dt/engl
Posterkabinett 9 13:15 - 14:15 30.09.2016
Postersitzung PFr09
Uveitis, Iris, Pupille, Kammerwinkel 2 // Uveitis, Iris, Pupil, Chamber Angle 2
Vorsitzende/r: Manfred Zierhut (Tübingen), Christoph Deuter (Tübingen)

Referent/in: Zsuzsanna Géhl (Budapest)
Hintergrund: Untersuchung der Wirkung von hinterer-subtenon Triamcinolon Verabreichung bei nicht infektiösem Uveitis-Maculaödem. Patienten und Methode: Bei insgesamt 12 Patienten (8 Frauen, 4 Männer, Durchschnittsalter 56,6±15,7 Jahre), wurde in einem Fall 2 x, in den übrigen Fällen 1x 40 mg Triamcinolon in den hinteren subconjunctivalen Raum mit eine Kanüle abgegeben bei einem nichtinfektiösen Uveitis-Maculaödem. Diese Patienten wiesen eine minimale oder bereits abgeheilte Entzündung im Glaskörper auf. Retrospektiv untersuchten wir die Sehschärfe und mittels OCT die Dicke der Maculaschicht 2 Wochen, 1, 3 und 6 Monate nach der Injektion. Ergebnisse: Der durchschnittliche Ausgangsvisus in LogMAR 0,51 ±0,64 verbesserte sich signifikant nach 2 Wochen auf 0,39±0,63, nach 1 Monat auf 0,34±0,63 und blieb stabil in der Folgeperiode (nach 3 Monate: 0, 36 ±0,65, nach 6 Monate auch 0, 36 ±0,65) (p< 0,01). Die OCT Untersuchung zeigte eine signifikante Abnahme der ursprünglichen Maculadicke (455,75±102,9 μm) nach 2 Wochen (330,5±56,8 μm; p= 0,0033) und nach einem Monat (330,5±56,8 μm; p= 0,0033). Zu den späteren Zeitpunkten blieb die zentrale Netzhautdicke unverändert, war aber signifikant dünner als der Ausgangswert (336,9±98,5 p=0,02 és 335,1±99,79 p=0,028). Als Nebenwirkung kam es bei einem Patienten zu einer Ptosis und bei einem anderen Patienten zu einem temporären erhöhten Augeninnendruck. Diskussion: Verabreichung von Triamcinolon mittels einer Kanüle im Subtenonraum neben der Macula scheint langfristig wirksam zu sein bei nichtentzündlichem Uveitis-Maculaödem.
Referent/in: Johanna Maaß (Dresden)
Einleitung: Für die Behandlung des idiopathischen uveitischen Makulaödems stehen in erster Linie Steroide (systemisch, lokal oder intravitreal) oder systemische Immunsuppressiva zur Verfügung. Jede Therapie hat dabei ein spezifisches Nebenwirkungsprofil. Bei Steroiden besteht eine häufige Nebenwirkung in der Steroidresponse mit Induktion eines Sekundärglaukoms, das eine dauerhafte Steroid-Therapie zum Teil unmöglich macht. Sollten dann auch Alternativ-Präparate zu systemischen Nebenwirkungen führen, stellt die intravitreale Gabe von Methotrexat (MTX) eine mögliche wiederholbare Alternative dar. Methodik: Der Fall eines 65jährigen männlichen Patienten wird rückblickend über den Zeitraum von 07/2012 bis 03/2016 vorgestellt. Es bestanden eine schwere atopische Dermatitis und beidseits chronisch-rezidivierende Uveitiden mit Makulaödem. Bei Steroid-High-Response bis zu 50 mmHg und glaukomatösem Optikusschaden wurde am linken Auge bereits eine Trabekulektomie durchgeführt. Am besseren rechten Auge erhielt der Patient nach erfolgloser intravitrealer Avastin-Injektion bisher insgesamt 16x MTX 400 µg intravitreal. Die Verlaufsbeurteilung erfolgte mittels Visus und OCT. Ergebnisse: Im OCT konnte nach der ersten MTX-IVOM ein Rückgang der zentralen Netzhautdicke um 308µm auf 289µm verzeichnet werden. Im Intervall kam es zu rezidivierenden Makulaödemen, sodass bis 09/2015 16 MTX-IVOMs notwendig waren, zum Teil im vier wöchentlichen Abstand, um einen stabilen Netzhautbefund ohne Ödem zu erreichen (Ödemrückgang jeweils zwischen 200- 300 µm; aktuelle Netzhautdicke: 319 µm, jeweilige Visusverschlechterung von sc 1/15 auf z.T. sc 1/35 bei Ödemrezidiv). Aktuell besteht ein Visus: von sc 1/15 mit Tensio: 10mmHg. Der Fundus am RA: Papille: hell, randscharf, im Niveau, CD 1.0, Makula ohne grobe Pathologien, Netzhaut zirkulär anliegend; Generell werden die Injektionen als schmerzhaft empfunden, wobei generell eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit an beiden Augen besteht. Eine beidseitige Hornhautnarbe aufgrund der schweren atopischen Exposition limitiert eine weitere Visuserholung. Zusammenfassung: Eine intravitrale MTX-Therapie ist zur Kontrolle eines uveitisch bedingten, zystoiden Makulaödems erfolgreich und kann als alternative Therapie verwendet werden, wenn etablierte Therapien sich verbieten. Eine mehrmalige Injektion kann jedoch nötig sein.
Referent/in: Michael Reich (Freiburg)
Fragestellung: Der Verlauf der intraokularen Entzündungsreaktion während eines aktiven Schubes einer okulären Toxoplasmose (OT) sowie ein Zusammenhang dieser mit einem erhöhten intraokularen Druck (IOD) bzw. möglichen wirts-/krankheitsspezifischen Risikofaktoren wurden untersucht. Methodik: Diese retrospektive, longitudinale, multizentrische Studie basierte auf den Daten von 210 Patienten aus 7 Instituten (Nord/Süd Amerika, Europa). Im Einzelnen wurden intraokulare Entzündungszeichen (u.a. Vorderkammerzellen (VKZ), retinale Infiltrate), IOD, Komplikationen und Medikation (Corticosteroide, Antibiotika, Antiglaukomatosa) bei jeder einzelnen Untersuchung neu ermittelt. Die Klassifikation der intraokularen Entzündungszeichen erfolgte gemäß SUN („Standardization of uveitis nomenclature“) Kriterien. Ein erhöhter IOD wurde mit ≥22mmHg definiert. Ergebnisse: 293 aktive Episoden (1219 Untersuchungen) wurden analysiert. Die mittlere Beobachtungszeit lag bei 96 Tagen. Die mediane Aktivitätsdauer einer retinalen Läsion lag bei 57 Tagen (95%-KI 50-62 Tage). Es zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der Aktivitätsdauer und einer VKZ-Erhöhung auf ≥1+ (Spearman Korrelations Koeffizient r=0.33, P=0.002). Im Falle einer Primärläsion zeigte sich die Aktivitätsdauer verlängert (vs. Rezidiv, P=0.049). Keinen Einfluss auf die Aktivitätsdauer nahmen hingegen das Patientenalter, das Geschlecht, die Größe oder Lokalisation der Läsion (extra-/makulär) und ein erhöhter IOD (P≥0.28). Die mediane Dauer einer VKZ-Erhöhung auf ≥1+ (125 Episoden, 110 Patienten) lag bei 30 Tagen (95%-KI 24-36 Tage). Die mediane Dauer einer IOD-Erhöhung (40 Episoden, 38 Patienten) lag bei 20 Tagen (95%-KI 9-31 Tage). Lediglich 61,8% der Episoden zeigten eine Reduktion der VKZ zum Zeitpunkt einer Normalisierung des IOD. Es konnte ein Zusammenhang zwischen VKZ und IOD-Erhöhung zum Zeitpunkt der ersten Untersuchung während eines aktiven Schubes nachgewiesen werden (r=0.33, P< 0.0001, 167 Episoden). Dieser Zusammenhang verlor sich allerdings bereits bei der ersten Folgeuntersuchung (r=0.15, P=0.06). Schlussfolgerungen: VKZ stehen im Zusammenhang mit der Aktivität der retinalen Läsion. Der bislang in der Literatur angenommene Zusammenhang zwischen VKZ und IOD-Erhöhung scheint möglicherweise nicht kausal zu sein. Ein besseres Verständnis der intraokularen Entzündungsreaktion könnte zu einem besseren Verständnis der Erkrankung beitragen und helfen eine rationale Behandlungsstrategie zu entwickeln.
Referent/in: Dominika Pohlmann (Berlin)
Purpose: To study the patterns of immune mediators in Posner-Schlossman-Syndrome (PSS) and Fuchs´ Uveitis (FU) patients in the aqueous humor. Methods: Aqueous humor was collected from 81 uveitis patients with clinical presentation of either PSS or FU. Local intraocular antibody synthesis against rubella virus (RV) was confirmed in 65 patients, whereas 16 were positive for human cytomegalovirus (CMV). Eleven cataract patients were enrolled as controls. The immune mediator concentrations were measured by Bio-Plex Pro assay. Results: Both groups of CMV and RV showed a significant increase of proinflammatory mediators: Interleukin-1 receptor antagonist (IL-1RA) (p< 0.0001, p=0.0081), IL-6 (p=0.0144, p< 0.0001) as well as in type 1 cytokines: IL-2 (p=0.0216, p< 0.0001), Interferon-gamma (INFγ) (p=0.003, p=0.0007), Tumor-Necrosis-Factor-alpha (TNFα) (p< 0.0001, p< 0.0001) and type 2 cytokines: IL-4 (p=0.0040, p=0.0022), IL-5 (p< 0.0001, p=0.0003), IL-13 (RV p=0.00344) compared to healthy controls. CMV positive patients had significantly higher IL-1RA (p=0.0077), IL-5 (p=0.0076) and IL-10 (p=0.0383) compared to RV positive patients. The IL-1b, IL-1RA, IL-4 and INFγ level correlated negatively with the intraocular pressure (IOP) in CMV positive patients. Conclusion: We detected different immune mediator patterns in CMV positive patients with PSS compare to RV in FU patients. Our results presented herein warrant further investigation to better understand the physiopathology of often misdiagnosed PSS.
Referent/in: Carsten Heinz (Münster)
Fragestellung: Die optische Kohärenztomographie Angiographie (OCTA) gehört zu den neuen bildgebenden Techniken und kann bei ausgewählten Indikationen die Durchführung einer klassischen Fluoreszenzangiographie (FA) ersetzen. Untersucht werden sollen der Nutzen und die Aussagekraft einer OCTA zur Beurteilung eines Makulaödem bei Uveitis Methodik: Prospektive Untersuchung von insgesamt 64 Augen von 39 Patienten mit einer nichtinfektiösen Uveitis. Alle Patienten erhielten eine OCTA (Avanti XR, Optovue) und unmittelbar im Anschluss eine konventionelle Fluoreszenzangiographie (HRA II, Heidelberg Engineering). Die Auswertung erfolgte in Abhängigkeit vom Vorhandensein eines Makulaödems in der FA. In den OCTAs wurde die Dichte der Gefäße (Anteil der Gefäße an der untersuchten Netzhautschicht in Prozent) in unterschiedlichen Zonen eines angepassten ETDRS Rasters bzw. die Fläche des Blutflusses in verschiedenen Netzhautschichten in mm² analysiert. Ergebnisse: Das mittlere Alter der Uveitispatienten lag bei 52,28 ± 14,6 Jahren (59% Frauen). Eine posteriore Uveitis fand sich bei 13 Patienten (33%), eine intermediäre bei 10 (25,6%), eine Panuveitis bei 9 (23,1%) und eine anteriore Uveitis bei 7 (17,9%). In der FA konnte ein Makulaödem bei 51 Augen (79,7%) festgestellt werden. Die Dichte der Gefäße im foveolären Bereich bei Augen mit und ohne Makulaödem in der oberflächlichen und tiefen Schicht in der OCTA zeigte keine Unterschiede (p=0,39 bzw. 0,74). Die Analyse des gesamten angepassten ETDRS Rasters unter Aussparung der Fovea zeigte in der oberflächlichen Schicht eine höhere Gefäßdichte bei Augen ohne Ödem mit 48,7% ± 6,0 im Vergleich zu 44,7% ±4,3 bei Augen mit Ödem (p=0,0081). In der tiefen Schicht war dies ebenfalls höher mit 54,6% ± 4,4 ohne Ödem und 51,2% ± 3,2 mit Ödem (p= 0,0089). Der Blutfluss in den Gefäßen war in den beiden oberflächlicheren Schichten geringer bei Augen mit einem Ödem (p=0,042 bzw. p=0,046), während sich in der tiefen Netzhautschicht und in der Chorioidea kein Unterschied zwischen den Gruppen fand. Schlussfolgerungen: Auch wenn in der OCTA ein Makulaödem nicht unmittelbar wie in der FA zu erkennen ist, so finden sich geringere Werte des Blutflusses und der Gefäßdichte bei Augen mit einem Ödem in der FA. Als Ersatz für die FA scheint die OCTA zurzeit nicht geeignet, könnte aber für den individuellen Verlauf genutzt werden.
Referent/in: Matthias Lenglinger (Berlin)
Objective: Posner-Schlossman Syndrome (PSS), also known as glaucomatocyclitic crisis, is a distinct entity of uveitis anterior and characterized by relapsing episodes of very high intraocular pressures despite mild intraocular inflammation. The cytomegalovirus has been linked to PSS and is often detected in anterior chamber taps of patients with clinical signs of PSS. With the ganciclovir and its valylester valganciclovir, there is an effective virostatic therapy for CMV infections. In contrast to CMV-retinitis little is known about the benefit of valganciclovir for anterior uveitis. Methods: The charts of 48 patients with confirmed CMV positive PSS who had been treated at our hospital between 2008 and 2015 have been reviewed systematically for maximum IOP, chosen treatment (i.e. antiviral therapy, glaucoma surgery) and recurrences. Results: 48 patients were eligible for retrospective analysis. 31 (64.6%) were male, 17 (35.4%) were female. 37 (77.1%) were treated with oral valganciclovir, 8 patients received topical ganciclovir, 3 patients opted against antiviral treatment. In 8 cases surgery was indicated to control IOP. During valganciclovir therapy, relapses in 7 patients (14.6%) were observed. Conclusion: Currently the available literature regarding CMV positive PSS is mainly based on observations in Asian populations, in which CMV prevalence is markedly higher than in Europe. To our knowledge, this is the largest number of CMV positive PSS cases that were analyzed for clinical course under combined therapy including IOP lowering medication, oral valganciclovir and surgical interventions. Even with this approach, PSS remains a condition hard to control.
Referent/in: Melissa Meyer zu Hörste (Münster)
Fragestellung: Die HLA-B27-positive akute anteriore Uveitis (AAU) weist eine hohe spontane Rezidivrate mit Entwicklung von Komplikationen auf. In dieser Studie wurde der Einfluss von Methotrexat (MTX) und Sulfasalazin (SULF) auf die Rezidiv- und Komplikationsrate bei HLA-B27-positiver AAU untersucht. Methodik: In dieser retrospektiven Studie wurde der Effekt von MTX oder SULF bei Patienten mit HLA-B27-positiver AAU verglichen. Analysiert wurden die Schubfrequenz der Uveitis, der Visusverlauf und die intraokularen Komplikationen im Jahr vor (Baseline) und nach Beginn einer systemischen Therapie. Ergebnisse: Beide Gruppen (MTX: n=16; 25 betroffene Augen; SULF: n=10; 12 betroffene Augen) waren hinsichtlich Alter (MTX: 47,8±14,1; SULF: 48,5±19,5 Jahre), Geschlecht (MTX-Gruppe: 9w/7m; SULF-Gruppe 8w/2m) und assoziierter seronegativer Spondylarthropathie (MTX-Gruppe n=6, SULF-Gruppe n=5) vergleichbar. Die Schubfrequenz/Jahr verringerte sich unter MTX von 3,3±2,8 (Baseline) auf 0,5±0,7 [p< 0,0001***], und unter SULF von 3,8±1,9 (Baseline) auf 1,1±2,3 [p=0,004**]. Bei Baseline war der Visus 0,55±0,29 in der MTX-Gruppe und 0,74±0,33 in der SULF-Gruppe, 1 Jahr nach der Therapie 0,70±0,35 mit MTX (p=0,05) und 0,75±0,28 mit SULF. Patienten in der MTX-Gruppe wiesen initial mehr Komplikationen/Auge auf (2,3±1,2) als in der SULF-Gruppe (0,9±0,9). Ein Jahr nach Therapie betrug die mittlere Komplikationsrate/Auge in der MTX-Gruppe 1,7±1,3 und in der SULF-Gruppe 1,4±1,8. Schlussfolgerung: Die Daten in dieser Studie zeigen, dass MTX gegenüber SULF bei HLA-B27-assoziierter AAU hinsichtlich Rezidivrate, Visusverlauf und Komplikationsrate überlegen ist.
Purpose: To determine the pattern of infectious uveitis over the years 2000-2015. Methods: We analyzed the findings in suspected infectious uveitis patients over the last 15 years. Specific etiologies were determined for Herpes viruses (H. simplex, -zoster and Cytomegalovirus), Rubella virus and Toxoplasma gondii. An infectious etiology was confirmed by a positive Goldmann/Witmer coefficient (≥ 3).To compare a potential time related pattern we predetermined time frames for 2000-2005, 2006-2010 and 2011-2015 with the application of statistical methods such as the analysis of variance (z-test). Results: Between 2000 and 2015, 2777 aqueous humor samples were analyzed for a suspected infectious cause. The absolute numbers of samples for the given time period varied, but did not differ significantly. Infectious agent/ 2000-2005/ 2006-2010/ 2011-2015/ p-value(2000-2005 vs. 2006-2010)/ p-value (2006-2010 vs. 2011-2015)
Referent/in: Sonja Ute Heinzelmann (Freiburg)
Fragestellung: Die Endophthalmitis gehört zu den schwerwiegenden Komplikationen nach intraokularen Eingriffen. Aufgrund ihrer Seltenheit ist unklar, ob die Endophthalmitis ein schicksalhaftes Ereignis darstellt, oder ob z.B. organisatorische Risikofaktoren zugrunde liegen. Wir charakterisieren alle an einem universitären Haus der Maximalversorgung operativ versorgten Endophthalmitis-Ereignisse seit 2005. Methodik: Die Krankenakten aller operativ versorgten Endophthalmitisfälle wurden systematisch analysiert. Extrahiert wurden folgende Faktoren: Art und Schwierigkeitsgrad der auslösenden Operation, Augenseite und ggf. Patientenfaktoren (Atopie, Diabetes, Immunschwäche). Zusätzlich wurde das Keimspektrum klassifiziert. Organisatorische Faktoren wie der Wochentag und der Operationsplan am Tag der auslösenden Operation wurden durch den Vergleich mit allen Operationen ohne Endophthalmitis für die beiden häufigsten auslösenden Eingriffsarten getrennt überprüft. Ergebnisse: Zwischen 2005 und 2015 wurden insgesamt 211 Endophthalmitisfälle operativ versorgt. Davon waren 173 postoperativ, 38 Fälle waren endogen. Auslösende Operationen waren Kataraktoperation (121), intravitreale Injektionen (26), Vitrektomie (14), Keratoplastik (4), Trabekulektomie (5) und andere (3). Es zeigte sich keine auffällige Häufung von Atopie, Diabetes mellitus oder Immunschwäche. Die Keime entstammten häufig der Hautflora (57%). Bei 87 war der auslösende Eingriff extern durchgeführt worden. Bei den „eigenen“ 48 Katarakt- und den 9 „eigenen“ IVOM-Patienten unterschieden sich weder der Wochentag noch die Augenseite statistisch signifikant von den jeweiligen Vergleichsgruppen im Beobachtungszeitraum (n=52592 und n=62895). Als statistisch signifikanter Risikofaktor erwies sich indes ein ungewöhnlich kurzes persönliches Operationsprogramm am Eingriffstag: 9 Kataraktoperationen am Tag einer Endophthalmitis vs. 33 ohne Ereignis (p< 0,01); IVOM: 11 vs. 57 (p< 0,01). Schlussfolgerungen: Organisatorische Faktoren scheinen das Risiko für eine Endophthalmitis zu beeinflussen. Eine systematische Aufarbeitung jedes einzelnen Falls ist für den Operateur entscheidend, um ggf. eigene Fehler zu erkennen und zukünftig zu vermeiden.