Postersitzungen, Freitag, 30. 9. 2016

 
dt/engl
Posterkabinett 1 13:15 - 14:15 30.09.2016
Postersitzung PFr01
Glaukom: Diagnostik 1 // Diagnostics 1
Vorsitzende/r: Carl Erb (Berlin), Stephanie Joachim (Bochum)

Referent/in: Julia Lamparter (Böblingen)
Fragestellung: Das Glaukom ist eine neurodegenerative Erkrankung, in deren Verlauf es zu einer Abnahme der retinalen Nervenfaserschichtdicke (RNFLT) kommt. Der genaue Einfluss augenspezifischer, kardiovaskulärer, morphometrischer und Lebensstil-Faktoren auf die RNFLT ist bislang unbekannt und wurde anhand eines Subkollektivs der Gutenberg-Gesundheitsstudie (GHS) untersucht. Methodik: Die globale peripapilläre RNFLT wurde mittels hochauflösendem Spectral-Domain-OCT in insgesamt 3224 Augen von 1972 Probanden erfasst. Der Einfluss von Alter, Geschlecht, augenspezifischen, kardiovaskulären, morphometrischen und Lebensstil-Faktoren auf die RNFLT wurde mittels Pearson-Korrelationskoeffizient und linearem Regressionsmodell (Akaike Informationskriterium, AIC) untersucht. Ergebnis: Die betragsmäßig größten Korrelationen wurden für das Sphärische Äquivalent (r=0.24), die Achsenlänge (r=-0.27) und ein bekanntes Glaukom (r=-0.15) gefunden (p jeweils < 0.05). Weiterhin waren Alter, Augeninnendruck, eine vergangene Augen-OP, systolischer Blutdruck, Cholesterin, Homocysteinspiegel, Anamnese für koronare Herzkrankheit, Migräne, Apnoe und Alkoholkonsum statistisch signifikant mit der RNFLT korreliert (jeweils |r|< 0.12). Das Geschlecht, die zentrale Hornhautdicke, eine Pseudophakie, diastolischer Blutdruck, Blutzucker, HbA1c, Anamnese für Apoplex, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Tinnitus, Myokardinfarkt, Körpergröße, Körpergewicht, BMI und Nikotinkonsum waren nicht signifikant mit der RNFLT korreliert. Im Regressionsmodell konnte für das Alter in Dekaden (fast durchgehend p< 0.02), das sphärische Äquivalent (p< 0.0001), die Achsenlänge (p< 0.0001), ein Glaukom (p< 0.0001), Tinnitus (p=0.04), Apnoe (p=0.047), Homocystein (p=0.05) und Alkoholkonsum >10g Frauen und 20g Männer pro Tag (p=0.02) ein statistisch signifikanter Zusammenhang nachgewiesen werden. Glaukom, Apnoe, erhöhtes Homocystein, hoher Alkoholkonsum, hohe Achsenlänge sowie tendenziell höheres Alter gingen mit erniedrigter RNFLT einher, ein hohes sphärisches Äquivalent oder eine Anamnese für Tinnitus mit erhöhter RNFLT. Schlussfolgerung: Die RNFL-Dicke wird von augenspezifischen, kardiovaskulären, morphometrischen und Lebensstil-Faktoren beeinflusst. Die Berücksichtigung in Normdatenbanken könnte möglicherweise die Beurteilung der peripapillären RNFLT verbessern. Es ist zu untersuchen, ob Alkoholreduktion sowie die Behandlung von Apnoe und erhöhtem Homocysteinspiegel die Nervenfaserdicke positiv beeinflusst.
Referent/in: Wolfgang Schrems (Erlangen)
Fragestellung: Das Spectralis OCT ermöglicht neben der Messung der peripapillären Nervenfaserschichtdicke (RNFS) auch die Messung der retinalen Ganglienzellschichtdicke (GCS). Ziel war es, die Auswirkung der glaukomatösen Optikusatrophie auf die GCS und die peripapilläre RNFS zu untersuchen und zu vergleichen. Methodik: Für diese Studie wurden 237 Augen, davon 47 Normalprobanden, 57 Patienten mit okulärer Hypertension, 63 Patienten mit präperimetrischem Glaukom und 70 Patienten mit perimetrischem Glaukom aus dem Erlanger Glaukomregister eingeschlossen. Bei allen Patienten und Normalprobanden führten wir eine Spaltlampenuntersuchung mit Funduskopie, Bildgebung mittels SD-OCT sowie eine achromatische Perimetrie durch. Visus, Refraktion und Augeninnendruck wurden erfasst. Bei den Patienten wurde ein 24-Stunden Augeninnendruckprofil mit 5 Messungen durchgeführt. Die GCS wurde in 9 Sektoren, die peripapilläre RNFS in 6 Sektoren sowie im Gesamtdurchschnitt bestimmt. Zur Beuteilung der diagnostischen Wertigkeit wurden die Flächen unter der Receiver-Operating-Characteristics-Kurve (AUROC) ermittelt. Ergebnisse: Die mittlere GCS betrug 30,7 ± 2,79 μm in der Kontrollgruppe, 31,2 ± 3,08 μm für Patienten mit okulärer Hypertension, 28,8 ± 3,2 μm für präperimetrische Glaukome und 24,0 ± 3,41 μm für perimetrische Glaukome. Die mittlere peripapilläre RNFS betrug 93,3 ± 8,53 μm in der Kontrollgruppe, 93,9 ± 12,45 μm für Patienten mit okulärer Hypertension, 80,4 ± 12,78 μm für präperimetrische Glaukome und 61,0 ± 12,90 μm für perimetrische Glaukome. Zur Differenzierung zwischen Gesunden und perimetrischen Glaukomen zeigte der innere temporale Quadrant (0,946 ± 0,022; AUROC ± Standardfehler) für die GCS und der temporal-inferiore Sektor (0,979 ± 0,010) für die RNFS die größte AUROC. Der jeweils beste Parameter zur Unterscheidung zwischen Gesunden und präperimetrischen Glaukomen war der innere temporale Quadrant (0,684 ± 0,051) für die GCS und der Gesamtdurchschnitt für die RNFS (0,813 ± 0,041). Schlussfolgerung: Glaukomatöse Veränderungen am Sehnervenkopf führen zu einer im Spectralis OCT erfassbaren Verringerung sowohl in der peripapillären RNFS als auch in der GCS. Bei den perimetrischen Glaukomen sind beide Parameter hilfreich bei der Diagnose, bei den präperimetrischen Glaukomen hat die RNFS einen höheren Stellenwert.
Referent/in: René Höhn (Bern/Mainz)
Fragestellung: Das Ziel dieser Untersuchung war die Bestimmung von Veränderungen der einzelnen makulären Netzhautschichten sowie die Bestimmung der Häufigkeit des mikrozystischen Makulaödems (MME) bei Glaukompatienten. Methodik: Im Rahmen dieser retrospektiven Fallkontrollstudie wurden 282 Augen von 218 Patienten mit primären Offenwinkelglaukom (POWG) oder Pseudoexfoliationsglaukom (PEXG) sowie 42 gesunde Kontrollaugen untersucht. Es wurden makuläre Volumenscans mittels optischer Kohärenztomographie (Spectralis-OCT, Heidelberg Engineering, Heidelberg, Deutschland) semiautomatisch segmentiert und die einzelnen Netzhautschichten ausgewertet. Die OCT-Aufnahmen wurden auf das Vorhandensein eines MME untersucht. Zur statistischen Auswertung erfolgte eine Varianzanalyse der Mittelwerte und eine Korrelationsanalyse der Parameter mittels Pearson-Korrelation. Ergebnisse: Die Häufigkeit des mikrozystischen Makulaödems (MME) betrug 2,8%, wobei 5 Augen von 5 POWG-Patienten und 3 Augen von 3 PEX-Patienten betroffen waren. Morphologisch befand sich das MME in der perifovealen inneren nukleären Netzhautschicht und war mit einer Verdünnung der makulären Ganglienzellschicht und Verdickung der inneren nukleären Netzhautschicht assoziiert. Glaukomaugen ohne MME zeigten eine signifikante inverse Korrelation zwischen innerer nukleärer Netzhautschicht und dem Schweregrad der glaukomatösen Schädigung. Schlussfolgerungen: Eine glaukomatöse Schädigung geht mit einer Verdickung der inneren nukleären Netzhautschicht einher, was zum Auftreten eines mikrozystischen Makulaödems in fortgeschrittenem Glaukomstadium führen kann. Zusammen mit den typischen peripapillären Nervenfaserverlusten und der retinalen Ganglienzellschichtverdünnung können diese Veränderungen als glaukomassoziierte retrograde Makulopathie verstanden werden.
Referent/in: Christina Nicolaeva Vidinova (Sofia)
Spectral domain optical coherence tomography (SD- OCT) has an integral role in the diagnosis and treatment of glaucoma. Understanding the types of artifacts commonly seen is vital in the clinical practice. Purpose: The purpose of our study is to determine the frequency and distribution of SD-OCT imaging artifacts in patients being evaluated for glaucoma and to provide examples of common artifacts. Methods: In our prospective study 242 patients with primary open-angle Glaucoma were enrolled. They all underwent a complete ophthalmological examination including VA, perimetry and OCT- both SD- OCT (RTVue, Optovue) and Time- Domain (Zeiss). Scans of the RNFL and GCC have been analyzed. Results: In the 242 scans of the RNFL and GCC about 15 % showed artifacts and mistakes. In the majority of the cases the mistakes were due to ocular pathology that has been misdiagnosed as glaucoma damage. The most common reasons of mistakes in OCT analysis were: - Mistakes due to Epiretinal membrane- 22%. - Mistakes due to posterior vitreous detachment -12% - Mistakes due to high myopia- 16%. Generally mistakes due to inappropriate way of conducting of the examination or improper analysis of the investigator were low. Their rate was approximately 2% and the rate was bigger in Time domain OCT. Artifacts due to limitations of the normative database were about 1%. Conclusion: Ophthalmic imaging is an important adjunct to clinical diagnosis, but the results from it must be assessed critically relative to the artifacts. Physicians should avoid making therapeutic decisions based only on thickness measurements without first assessing scans for artifacts It is very important to acknowledge different types of errors and to be able to evaluate and eliminate them. Glaucoma diagnostics is a complex process, which is comprised of clinical picture, visual field analysis, imaging technology and constant follow up of the course of the disease. All elements must be considered in making the proper diagnosis.
Referent/in: Robert Kromer (Hamburg)
Fragestellung: Offenwinkelglaukom stellt einen der Hauptgründe für Blindheit weltweit dar. Während mehrere pathogenetische Mechanismen vorgeschlagen wurden, wird die Erkrankung noch wenig verstanden. Über die letzten Jahre haben zahlreiche klinische Studien gezeigt, dass der retinale Blutfluss beim Patienten mit Offenwinkelglaukom verändert ist. Wir präsentieren eine neue Methode zur Gefäßanalyse, bei welcher das Streuungsverhalten an Gefäßen mit optischer Kohärenztomografie ausgewertet wird. Die Ergebnisse werden zwischen gesunden Probanden und Patienten mit Offenwinkelglaukom verglichen. Methodik: In dieser Studie wurden 90 Augen von 90 Patienten mit Offenwinkelglaukom (mittleres Alter 62.9±14.9 Jahre) und 90 Augen von 90 gesunden alters-gematchen Patienten eingeschlossen. Die Patienten erhielten eine Untersuchung des Gesichtsfelds, der Papille (Heidelberg Retina Tomograph), des retinalen Blutflusses (Retinal Function Imager) und eine Optische Kohärenztomografie-Aufnahme (Spectralis, Heidelberg Engineering). Der Veränderung des Grauwerts der Gefäße und damit das Streuungsverhalten wurden ausgewertet. Die Ergebnisse wurden zwischen den Gruppen und mit den gemessen Daten des retinalen Blutflusses verglichen. Die Algorithmen wurden in Matlab (MathWorks Inc., USA) erstellt und mittels Pearson-Korrelation und ANOVA-Analyse ausgewertet. Ergebnis: Das retinale Gefäß-Streuungsverhalten zeigte eine hohe Korrelation mit dem retinalen Blutfluss (r = 0.425 bis r = 0.673). Patienten mit Offenwinkelglaukom zeigten ein deutlich verändertes Streuungsverhalten (p < 0.0001). Bei fortgeschrittenen Erkrankungen (gemessen an Gesichtsfeldparametern) zeigt sich eine weitere diskrete Gefäßveränderung. Schlussfolgerung: Wir können zeigen, dass der retinale Blutfluss mit dem OCT-basierten retinalen Gefäß-Streuungsverhalten korreliert. Weiterhin zeigen sich - in Übereinstimmung mit der Literatur - deutliche Veränderung bei Patienten mit Offenwinkelglaukom. Die Veränderungen scheinen mit dem Fortschreiten der Erkrankung zu korrelieren.
Referent/in: Anastasiia Gulida (Kharkiv)
Purpose: Myopia is a global public health problem leading to visual impairment. Myopia common disease leading to disability in sight. Progression of myopia is caused by the extension of the eyeball due to stretching of the sclera and increased anterior-posterior segment of the eye. In the exit of the optic nerve in the posterior pole of the eye locates the lamina cribrosa (LC). Through which bundles of retinal ganglion cell (RGC) axons and the retinal blood vessels pass. But nowadays, its role not yet fully understood. There are imaging methods that can determine its location and characteristics of its structure. And the purpose is to analyze the results of the research of LC using optical coherence tomography (OCT). Methods: Under supervision were 40 person with myopia and 10 control normal group. All patients were screened using optical coherence tomography RTVue-100 Fourier-Domain Optical Coherence Tomography. Based on work of Sung Chul Park and co-authors “Horizontal Central Ridge of the Lamina Cribrosa and Regional Differences in Laminar Insertion in Healthy Subjects” it was determined the arithmetic mean of the number of points that define the location of the RP by optical coherence tomography. Following parameters were taken into account: two edges of Bruch´s membrane, max depth of RP, RP insertion depth, average depth of RP. According to the data, these parameters are markers that indicates the location of RP. Results: According to the OCT two edges of Bruch´s membrane are determined in 94,4% ± 2,7 cases (68 patients) /Max depth of RP determined in 83,3% ± 4,3cases (60 patients). The depth of insertion can be defined in RP 75,% ± 5,1 cases (54 patients). The average depth of RP is determined in 62,5% ± 5,71 cases (45 patients). Conclusion: In Ukraine exist imaging methods that can determine location and characteristics of the lamina cribrosa structure, which will help further clarify the mechanism of pathogenesis and mechanisms of myopia violation of visual functions in this group of patients and serve as a basis for the development of methods of prevention and treatment of blindness in people suffering from myopia.
Referent/in: Pavel Bezditko (Kharkiv)
Purpose: Myopia is a global public health problem leading to visual impairment. Myopia common disease leading to disability in sight. Progression of myopia is caused by the extension of the eyeball due to stretching of the sclera and increased anterior-posterior segment of the eye. In the exit of the optic nerve in the posterior pole of the eye locates the lamina cribrosa (LC). Through which bundles of retinal ganglion cell (RGC) axons and the retinal blood vessels pass. But nowadays, its role not yet fully understood. There are imaging methods that can determine its location and characteristics of its structure. And the purpose is to analyze the results of the research of LC using optical coherence tomography (OCT). Methods: Under supervision were 40 person with myopia and 10 control normal group. All patients were screened using optical coherence tomography RTVue-100 Fourier-Domain Optical Coherence Tomography. Based on work of Sung Chul Park and co-authors “Horizontal Central Ridge of the Lamina Cribrosa and Regional Differences in Laminar Insertion in Healthy Subjects” it was determined the arithmetic mean of the number of points that define the location of the RP by optical coherence tomography. Following parameters were taken into account: two edges of Bruch´s membrane, max depth of RP, RP insertion depth, average depth of RP. According to the data, these parameters are markers that indicates the location of RP. Results: According to the OCT two edges of Bruch´s membrane are determined in 94,4% ± 2,7 cases (68 patients) /Max depth of RP determined in 83,3% ± 4,3cases (60 patients). The depth of insertion can be defined in RP 75,% ± 5,1 cases (54 patients). The average depth of RP is determined in 62,5% ± 5,71 cases (45 patients). Conclusion: In Ukraine exist imaging methods that can determine location and characteristics of the lamina cribrosa structure, which will help further clarify the mechanism of pathogenesis and mechanisms of myopia violation of visual functions in this group of patients and serve as a basis for the development of methods of prevention and treatment of blindness in people suffering from myopia.
Referent/in: Christian Halfwassen (Essen)
Fragestellung: Das kindliche Glaukom stellt eine diagnostische und therapeutische Herausforderung dar. Kontaktfreie Verfahren zur Darstellung der retinalen Nervenfaserschichtdicke des Papillenrandsaums (RFNL) durch GDx und RFNL-OCT bieten beim Glaukom objektive Ergebnisse. Für Minderjährige fehlen jedoch normierte Standardwerte zur objektiven Beurteilbarkeit und Sensitivität dieser Verfahren. Ziel der Arbeit war eine komparative Analyse zwischen GDx und RFNL-OCT zur Aussagekraft der jeweiligen Messmethode bei Minderjährigen. Methodik: Retrospektive, anonymisierte Datenerhebung von Minderjährigen die zwischen 2011 und 2016 mit Glaukomverdacht mit GDx Pro/ECC (Carl Zeiss Meditec) und Spectralis-OCT (Heidelberg Engineering) am selbigen Tag untersucht wurden. Die Einteilung erfolgte nach Glaukom, Optikusatrophien anderer Genese, Makropapille sowie Gesunden. Analysiert wurden die RNFLs von GdX und OCT. Sofern beide Augen untersucht wurden, wurde nur das rechte Auge in die Auswertung einbezogen. Ergebnis: 82 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 11,1±3,8 Jahre (4-17 Jahre), davon 56,1% weiblich wurden eingeschlossen. Bei 18,6% lag ein Glaukom und in 8,5% eine Optikusatrophie vor. 65,9% zeigten eine Makropapille. Der mittlere RNFL im GDx zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen Gesund (52,9±6,5µm) gegenüber Glaukom (50,7±7,9µm; p=0,3) und Optikusatrophie (46,3±7,4µm; p=0,06). Signifikante Unterschiede zeigte das RFNL-OCT bei Gesund (96,5±-8,7µm) gegenüber Glaukom (79,4±20,3µm; p=0,004) und Optikusatrophie (71,7±14,2µm; p=0,003). Eine Makropapille hatte in GDx und OCT keinen Einfluss auf die RFNL (p>0.05). Signifikant verminderte RFNL beim Glaukom zeigten sich im temporal-superioren, nasal-superioren, nasalen, nasal-inferioren und temporal-inferioren Quadranten im OCT. Es zeigte sich eine strenge Korrelation zwischen normativer RFNL und fehlendem Vorliegen eines Glaukoms (p>0,05). Die Reproduzierbarkeit des OCT konnte über einen Zeitraum bis 42 Monate mit wiederholten Messungen verifiziert werden. Schlussfolgerung: Die vorliegende Studie mit Kindern und Jugendlichen zeigt, dass hier das RFNL-OCT hinsichtlich des Screenings und der Verlaufsbeurteilung gegenüber dem weitverbreiteten GDx eine höhere Sensitivität beim Glaukom und zudem eine hohe Sensitivität zur Diagnostik von Optikusatrophien aufweist. Fehlende Normwerte des RNFL bei Kindern erschweren jedoch die Beurteilbarkeit in der klinischen Praxis und erfordern Studien mit größeren Fallzahlen.
Referent/in: Sophie Burzer (München)
Fragestellung: Ziel unserer Studie war es die beiden SD-OCT-basierten (Spectral-Domain-Optische-Kohärenztomographie) Strukturparameter BMO (Bruch’s Membrane Opening) und RNFL (Retinal Nerve Fibre Layer) miteinander zu vergleichen. Untersucht wurden eine Korrelation von BMO und RNFL, und eine Korrelation des jeweiligen Strukturparameters mit Gesichtsfeld, intraokularem Druck (IOD), bestkorrigiertem Fernvisus und CDR (cup to disc ratio). Methodik: Im Rahmen unserer prospektiven Studie wurden im Zeitraum von November 2014 bis August 2015 die rechten Augen von 66 Patienten eingeschlossen (30 Patienten mit diagnostiziertem Glaukom und 33 Patienten ohne Glaukom). Alle Patienten durchliefen eine komplette ophthalmologische Untersuchung, eine BMO- und RNFL-Messung mittels SD-OCT (Spectralis-OCT, Heidelberg-Engineering) sowie eine 30°-Gesichtsfelduntersuchung. Ergebnisse: Das mittlere Alter der Gesamtgruppe lag bei 65,8 Jahren, der mittlere Visus bei 0,65 (Dezimalsystem), der mittlere IOD bei 15,34 mmHg. Die beiden Patientengruppen waren vergleichbar bezüglich Alter (p=0,589), Visus (p=0,449 ) und IOD (p=0,357). Unsere Studie ergab, dass die globalen Werte von BMO und RNFL miteinander korrelierten (p< 0,001). Die globale BMO und die globale RNFL korrelierten außerdem mit dem Parameter MD (mean deviation) des Gesichtsfelds (p< 0,001). Dabei korrelierten jeweils die einzelnen Sektor-Werte nicht so hoch mit der MD wie die globalen Werte. Innerhalb der Sektoren zeigte der temporale Sektor die höchste Korrelation mit der MD. BMO Und RNFL korrelierten, wie zu erwarten war, nicht mit den Parametern Visus und IOD. Schlussfolgerung: In Anbetracht der guten Korrelation von RNFL und BMO mit dem funktionellen Parameter Gesichtsfeld (MD), stellen die SD-OCT-basierten Strukturparameter valide Messgrößen in der Glaukomdiagnostik dar. Weitere Studien sind notwendig, um Vor- bzw. Nachteile von BMO gegenüber der RNFL zu eruieren.
Referent/in: Daria Safonova (Moscow)
Scientific objective: To evaluate the efficacy of late postoperative period anterior segment optical coherence tomography (AS-OCT) in determining the need for needle revision and its tactics. To assess the effect of VEGF-inhibitor bevacizumab in late bleb needling. Methods: The study included 20 patients (20 eyes) with previously operated primary open-angle glaucoma (trabeculectomy 0,5-3 years ago) with uncompensated intraocular pressure (IOP). All patients underwent AS-OCT (RTVue-100, OPTOVUE, USA) before and after needling revision in order to visualize outflow pathways in subconjunctival and subscleral spaces, determine the optimal direction of the procedure and assess bleb morphology after needling. Before the needling patients were randomized into 2 groups, 10 patients (10 eyes) each. The main group received injections of bevacizumab (0,2 mL, 1.25 mg/0.05 mL) mixed with 0.1 mL of non-preserved 1% lidocaine. Control group received injections of 0.3 mL of lidocaine. IOP was measured before, immediately after and on days 2, 7, 14 and 1 month after needling. Hypotensive instillations were applied before the procedure to lower IOP. Patients were followed up for 1 month. Anti-inflammatory drugs were instilled during the whole follow-up period. The primary outcome measures were the IOP level and bleb morphology according to AS-OCT. Results: After a mean follow-up of 1.0±0.2 months, mean IOP was reduced from 28.5±6.2 to 11.2±2.3 mmHg at the last follow-up in the main group, and from 28.5±6.2 to 14.0±2.8 mmHg in the control group (p < 0.05). Repeated AS-OCT showed subconjunctival fluid-filled spaces in all patients. Main group showed a slightly higher bleb height and fluid-filled cavity height, and a lower bleb wall intensity compared to control (p < 0.05). Conclusion: Bleb needling revision can be effective only in presence of intraocular fluid under the scleral flap, otherwise more traumatic options (reoperation, revision by intraoperative separation of the old flap) are usually considered. AS-OCT gives us a noninvasive opportunity to visualize the presence of intraocular fluid in subconjunctival and subscleral spaces, thus helping define the need for needling revision and optimal direction of the injection. Bleb needling with bevacizumab and lidocaine may be considered more effective in wound healing after needling and enhancing the morphologic characteristics of the bleb zone, thus prolonging the antihypertensive effect of the revision procedure.
Referent/in: Aiwei Liu (Mainz)
Introduction: Glaucoma is a neurodegenerative disease, resulting in a gradual decrease of retinal nerve fibre layer thickness (RNFLT) due to the apoptosis of retinal ganglion cells (RGC) and their axons. In primary open angle glaucoma, the temporal nerve fibres are lost first, which can be monitored with spectral domain optical coherence tomography (SD-OCT) in vivo. The aim of this study is to investigate the distribution and changes of RNFLT and RGC decay of different retinal segments in a rodent glaucoma model. Methods: Six different retinal segments (nasal, nasal superior, nasal inferior, temporal, temporal superior and temporal inferior) and their mean were monitored. RNFLT was investigated by a peripapillary scan with SD-OCT in vivo. RGCs were stained against Brn3a. In this study, four Sprague Dawley rats were used as baseline group. Another seven rats received an episcleral vein occlusion in left eyes (OS) to elevate the intraocular pressure (IOP). Right eyes (OD) were used as normotensive controls. Data are presented as mean±SEM, and p< 0.05 indicates statistical significance. Results: At baseline, there was no difference between bilateral mean RNFLT (OD 41.64±0.47 U, OS 41.73±0.59 U). However, individual segments differed (p< 0.001), with nasal superior being the thinnest (OD 34±1.54 U; OS 34.82±1.19 U). The RGCs were distributed equally in both eyes (mean density of OD 2097±34/mm²; OS 2119±37/mm², p=0.68) and also similar in all six segments (p=0.10). Mean RNFLT of the IOP elevated eyes reduced to 37.14±0.51 U (p< 0.001). The temporal inferior segment decreased significantly (baseline 39.73±1.53 U; end 34.43±1.84 U; p=0.02). Additionally, RGCs of the IOP elevated eyes decreased significantly (mean density of OD 2197±29/mm²; OS 1865±26/mm², p< 0.001), but the difference of RGC loss among each segment was not significant. Conclusion: The distribution of RNFLT differed in individual retinal segments at baseline, while the nasal superior segment was the thinnest. IOP elevation led to a statistical significant thinning of the temporal inferior segment (-14%). However, the distribution of RGCs before and after IOP elevation was similar in all retinal segments and decreased in a comparable pattern (-15%). These data might indicate that the vulnerability of retinal nerve fibre layer and retinal ganglion cell layer differ in response to IOP elevation. Further research is needed to understand the underlying mechanism.
Referent/in: Olga Nedzvetska (Kharkiv)
Introductions: Excessive growth of connective tissue in the filtration area is one of the leading causes of failures glaucoma surgery. Aims: The purpose of experimental study was to investigate possibilities to reduce excessive proliferation of connective tissue cells and prolonging of hypotensive effect in surgical treatment of neovascular glaucoma. Methods: The experimental study was carried out on rabbits Chinchilla weighing 2,5 - 3,0 kg: 1 group (10 rabbits, 20 eyes) - viscocycloiridoretraction with episclera excision (VCIRE); 2 group (5 rabbits, 10 eyes) - iridocycloretraktion (ICR) without the use of viscoelastic and without episclera excision. VCIRE technique: 3 mm from the limbus was removed episclera sheet size 4´5 mm, performed 2 rear sclerectomy, viscoelastic was injected into the suprachoroidal space to fill the anterior chamber at 1/3. Ultrasound biomicroscopy (UBM) was performed on the machine Vu Max Sonomed. Results: As a result of UBM in 1 group of animals after 3 days in the operation zone was determined high (0,67 ± 0,05 mm) the filter pad (FP). Suprachoroidal space in the flat part of the ciliary body extended zone (0,23 ± 0,01 mm). In rabbits of 2 groups after 3 days FP is not defined; suprachoroidal space was moderately expanded in the flat part of the ciliary body zone (0,09 ± 0,02 mm). After 1 month after VCIRE determined FP height of 0,33 ± 0,05 mm. Advanced suprachoroidal space remains in the plane of the ciliary body area from 0,07 mm to 0,12 mm (0,11 ± 0,02 mm). After 1 month at 2 rabbits group FP is not defined; suprachoroidal space significantly smaller than that of the first group, it has a slit-shaped profil from 0,03 mm to 0,05 mm (0,04 ± 0,01 mm). After 6 months after VCIRE surgery FP dimensions were 0,28 ± 0,04 mm; after ICR filtration pad has not been determined. Suprachoroidal space in group 1 in the flat part of the ciliary body were wider (0,08 ± 0,05 mm) than in group 2 (0,04 ± 0,01 mm). Conclusions: The experiments prove that viscoelastics keeps intrascleral channel and suprachoroidal space expanded, that provided the outflow of intraocular fluid. A local removal episclera reduced proliferation of tissue in the area of the rear sclerectomy. Operation VCIRE designed for use with neovascular glaucoma.
Referent/in: Lisa Ramm (Dresden)
Fragestellung: Die Papillenblässe wurde bei Patienten mit primärem Offenwinkelglaukom (POWG) und bei gesunden Probanden untersucht und die Beziehung der Messwerte zu den Ergebnissen der Perimetrie sowie zur Sauerstoffsättigung peripapillärer Gefäße analysiert. Methodik: Daten von 89 POWG-Patienten (67,6 ± 11,1 Jahre) und 48 gesunden Probanden (63,3 ± 14 Jahre) wurden erhoben. Mit dem Retinal Vessel Analyzer (RVA, Imedos Systems UG) erfolgten bei einem Doppelbandpassfilter im Beleuchtungsstrahlengang der Funduskamera zeitgleich zwei monochromatische Aufnahmen unterschiedlicher Wellenlänge (548 ± 10 nm; 610 ± 10 nm). Die Papillenblässe wurde durch den Quotienten der Lichtreflektion in beiden spektralen Kanälen der Kamera definiert. Bei 548 ± 10 nm besteht eine starke Absorption durch Hämoglobin, während die Aufnahme bei 610 ± 10 nm als Referenz dient. Die Auswertung erfolgte in Feldern, die superior, inferior und temporal randnah auf der Papille positioniert wurden. Der Mittelwert der Messwerte der einzelnen Felder wurde bestimmt (PapMW). In einem peripapillären Ring erfolgte zudem die Bestimmung der Sauerstoffsättigung bei 47 der 89 POWG-Patienten (64,1 ± 12,5 Jahre). Basierend auf den verschiedenen Extinktionsspektren des oxygenierten und des desoxygenierten Hämoglobins wurden mittels 2-Wellenlängen-Oximetrie die arterielle und die venöse Sättigung der retinalen Gefäße ermittelt. Die Gesichtsfelduntersuchung erfolgte mittels Octopus bzw. Humphrey Perimeter. Ergebnisse: Sowohl der Vergleich der Messwerte der einzelnen Untersuchungsfelder als auch der des Mittelwertes zeigte eine signifikant höhere Papillenblässe bei POWG gegenüber Gesunden (PapMW: 82,34 ± 19,28 vs. 62,67 ± 10,41, p < 0,001). Die ermittelte Blässe korrelierte mit dem perimetrisch bestimmten MD-Wert (r = -0,565, p < 0,001). Beim Glaukom bestand eine Beziehung der arteriellen Sauerstoffsättigung peripapillärer Gefäße zur Papillenblässe (r = 0,364, p = 0,012). Bei Gesunden zeigte sich keine Assoziation zur Sauerstoffsättigung. Schlussfolgerung: Bei Patienten mit POWG lag eine Papillenblässe als potentieller Indikator einer reduzierten Perfusion vor. Es konnte eine Zunahme der Abblassung mit Fortschreiten der Defekte sowie eine Assoziation zur arteriellen Sauerstoffsättigung gezeigt werden. Möglicherweise stellt die Bestimmung der Papillenblässe eine Ergänzung der Diagnostik der glaukomatösen Optikusneuropathie dar.