Postersitzungen, Donnerstag, 29. 9. 2016

 
dt/engl
Posterkabinett 7 13:30 - 14:30 29.09.2016
Postersitzung PDo07
Glaukom: Chirurgie 2 // Glaucoma: Surgery 2
Vorsitzende/r: Thomas Dietlein (Köln), Lutz E. Pillunat (Dresden)

Referent/in: Markus Lenzhofer (Salzburg)
Fragestellung: Der transsclerale XEN Glaukom Gel Stent ist ein minimalinvasives „ab interno“ Verfahren zur operativen Augendrucksenkung bei Glaukom (AqueSys Inc., CA, USA). Einige der frühen XEN Implantate wurden länger als 4 Jahre nachverfolgt. Die vorliegende Studie untersucht deswegen die klinischen Langzeitergebnisse bei Patienten mit Primärem Offenwinkelglaukom (POWG) nach XEN Glaukom Gel Stent Implantation. Methodik: In dieser prospektiven nicht-randomisierten multicenter Studie, welche an 3 Studienzentren in Deutschland, Kanada und Österreich durchgeführt wurde, wurde an 66 Augen der XEN Glaukom Gel Stent implantiert. Dabei erreichten 39 Augen die Kontrolle nach 4 Jahren. Alle Patienten hatten ein mildes oder moderates POWG, 51% wurden als “Solo-Operation”, und 49% in Kombination mit einer Katarakoperation durchgeführt. Mittlerer Augendruck (AT), AT-Verlauf, Reduktion der Augendrucksenkenden Medikamente und die Mean Deviation (MD) der Gesichtsfelduntersuchungen wurde analysiert. Ergebnis: Präoperativ lag der mittlere AT bei 22.3 ±4.1mmHg und verringerte sich signifikant auf 13.5 ±3.0mmHg in der 4 Jahreskontrolle (n=39, -39%, p < 0.001). Die mittlere Anzahl augendrucksenkender Medikamente reduzierte sich von 2.5 ±1.3 präoperativ auf 1.1 ±1.3 (-56%, p < 0.001) postoperativ (n=39). Die MD im Gesichtsfeld zeigte keine signifikante Veränderung zwischen der präoperativen und der postoperativen Untersuchung. 11/66 Patienten (17%) kamen nicht zur 4-Jahres-Kontrolle und 16/66 Patienten (24%) wurden von der 4 Jahresanalyse aufgrund einer weiteren augendrucksenkenden Operation exkludiert. Schlussfolgerung: Die Langzeitergebnisse zeigen eine gute AT-Reduktion (-39%) bei deutlicher Medikamentenreduktion (-56%) nach XEN Glaukom Gel Stent Implantation. Die Gesichtsfelduntersuchungen waren stabil. Die Erfolgsrate ist vergleichbar mit anderen filtrierenden Eingriffen (6% Versagerrate/ Jahr). Minimale Invasivität und ein exzellentes Sicherheitsprofil machen diese Operation zu einer vielversprechenden Option in der Glaukomchirurgie.
Referent/in: Matthias Klamann (Berlin)
Hintergrund: Das Ziel der Studie war die Beurteilung des drucksenkenden Effektes der solitären iStent inject Implantation beim phaken Offenwinkelglaukom. Methode: In diese retrospektiven Studie wurden 27 phake Patienten mit Offenwinkelglaukom eingeschlossen (primäres Offenwinkelglaukom (POWG) N = 16; Pseudoexfoliationsglaukom (PEX) N = 11). Bei allen Patienten erfolgte eine solitäre iStent inject Implantation, der Linsenstatus blieb unverändert. Der Augeninnendruck (IOD) und die Anzahl der antiglaukomatösen Medikation vor der Operation und 1 Tag, 6 Wochen, 3 und 6 Monate und 1 Jahr nach der Operation wurden untersucht. Ergebnisse: Für das POWG zeigte sich eine signifikante IOD-Reduktion von 33% auf 14,13 mmHg ± 1,72 (p< 0,001) nach einem Jahr. Für das PEX-Glaukom konnte eine IOD-Reduktion von 26% auf 16,5 mmHg ± 2,7 (p=0,004) nach einem Jahr verzeichnet werden. Die Anzahl der antiglaukomatösen Medikation wurde von 2,19 ± 0,91 auf 1,63 ± 1,18 für das POWG (p=0,104) und von 2,33 ± 1,23 auf 2,01 ± 1,60 für das PEX-Glaukom (p=0,140) ein Jahr postoperativ reduziert. Schlussfolgerungen: Die solitäre Implantation des iStent injects bietet beim phaken Offenwinkelglaukom die Möglichkeit, den IOD signifikant über ein Jahr zu senken.
Referent/in: Manuela Otten (Elchingen)
Fragestellung: Bietet das neue ab interno Filtrationsverfahren mittels Xen-Gelshunt eine ausreichende und sichere Augeninnendrucksenkung für den Patienten mit POWG? Methodik: In einer retrospektiven, nicht randomisierten klinischen Studie an 70 Augen untersuchten wir die Drucksenkung bei POWG- Patienten nach ab- interno- Filtrationschirurgie mittels Xen- Gelshunts. Der Xen- Gelshunt wurde nach subkonjunktivaler Eingabe von 0,2ml MMC (0,02%) in den nasal oberen Quadranten in Tropf- Gel- Anästhesie durch den Kammerwinkel unter die Bindehaut injiziert. Wir erfassten präoperative Ausgangswerte wir Intraokulardruck, Glaukommedikation, vorherige Glaukomoperationen und verglichen diese mit dem postoperativen Druck nach 6 und 12 Monaten, den nachfolgenden Glaukommedikationen oder –eingriffen. Als Erfolgskriterium definierten wir eine 20 bzw. 30%ige Drucksenkung als alleiniger oder qualifizierter Erfolg. Weiteres Zielkriterium war ein postoperatives Druckniveau von unter 18mmHg. Ergebnisse: 70 Augen von 50 Patienten wurden über einen Zeitraum von 2 Jahren an unserer Klinik operiert. 50 Augen konnten über einen Zeitraum von 6 Monate, 23 Augen über 12 Monaten nachbeobachtet werden. Eine 20%ige Drucksenkung konnte in 44% als alleiniger bzw. in 84% als qualifizierter Erfolg nach 6 Monaten erzielt werden. Diese Ergebnisse konnten nach 12 Monaten mit 47% bzw. 86 % gehalten werden. Eine 30%ige Drucksenkung wurde in 38% als alleiniger Erfolg bzw. in 70% als qualifizierter Erfolg erreicht. Auch hier waren die Ergebnisse nach 12 Monaten mit 45% bzw. 77% ähnlich. Eine Drucksenkung unter 18mmHg wurde in 44% bzw. 92% als qualifizierter Erfolg nach 6 Monaten erreicht und blieben nach 12 Monaten konstant mit 54 % und 96%. Durchschnittlich lag der postoperative Augeninnendruck bei 14mmHg nach 6 und 12 Monaten. Die Anzahl der Glaukomtropfen reduzierten sich von durchschnittlich 2,4 auf postoperativ 0,7. Die Zweitimplantation eines Xen- Gelshunts ermöglichte im untersuchten Zeitraum das Erreichen des Zieldruckes ohne weitere Glaukommedikation. Kein Auge entwickelte eine Hypotonie bulbi oder eine schwerwiegende Komplikation, die das Sehvermögen deutlich beeinträchtigte oder zum Verlust des Auges führte. Schlussfolgerung: Der Xen- Gelshunt ist eine sichere Operationsmethode ab interno mit guter Drucksenkungspotenz, geringem Komplikationsspektrum und rascher Rehabilitation. Die Kombination mit Glaukommedikation oder eine Zweitimplantation ermöglicht eine weitere Drucksenkung.
Referent/in: Fabian Lehmann (Regensburg)
Fragestellung: Es soll untersucht werden, in welchem Ausmaß sich die Kanaloplastik auf die Visus- und Astigmatismusentwicklung in einem Zeitraum von drei Monaten postoperativ auswirkt. Methodik: In diese retrospektive klinische Analyse wurden alle Patienten eingeschlossen, die bei primärem Offenwinkelglaukom (POWG) und sekundärem Offenwinkelglaukom bei PEX oder Uveitis mittels Kanaloplastik in den Jahren 2014 und 2015 operiert wurden. Der Hornhautastigmatismus wurde präoperativ und postoperativ bei jedem Besuch mittels Pentacam und Autorefraktometer untersucht und die Menge der antiglaukomatösen Therapie ermittelt. Zusätzlich wurden bei jedem Besuch der Augeninnendruck und Visus gemessen. Die Visiten fanden präoperativ, direkt postoperativ (drei Tage postoperativ), sechs Wochen und zwei Monate postoperativ statt. Ergebnisse: 36 Augen von 29 Patienten wurden in diese Studie eingeschlossen (25 Augen mit POWG, sechs Augen mit sekundärem Offenwinkelglaukom bei PEX und fünf Augen mit sekundärem Offenwinkelglaukom bei Uveitis). Davon wurden 15 Augen (41,7%) mittels Kanaloplastik und 21 Augen (58,3%) mittels kombinierter Kanaloplastik- und Katarakt OP versorgt. Drei Tage postoperativ zeigte sich eine Visusminderung um durchschnittlich 0,75 logMAR, nach sechs Wochen um 0,08 logMAR und nach drei Monaten um 0,04 logMAR. Entsprechend dem Visusverlauf wurde eine Astigmatismuszunahme um durchschnittlich 7,7 (±3.2) dpt. nach drei Tagen, um 1,5 (±2.7) dpt. nach sechs Wochen und 1,3 (±1.8) dpt. nach drei Monaten beobachtet. Der Augendruck konnte drei Tage nach OP von ursprünglich 30,3 (±9,7) mmHg auf 13,9 (±4,9) mmHg (Mittelwert der Differenz: 16,4 (±8,6) mmHg), sechs Wochen nach OP um 13,7 (±9,1) mmHg und drei Monate nach OP um durchschnittlich 14,4 (±8,6) mmHg gesenkt werden. Die antiglaukomatöse Medikation konnte postoperativ signifikant reduziert werden. Nur ein Patient benötigte drei Tage postoperativ eine systemische und lokale Therapie. Zwei Monate postoperativ war bei zwei Patienten eine systemische und lokale antiglaukomatöse Therapie notwendig, acht Patienten (22,2%) benötigten eine Lokaltherapie (durchschnittlich 2,3±1,1 Wirkstoffe). Schlussfolgerung: In unserer Studie zeigte sich postoperativ nach einer Kanaloplastik eine signifikante passagere Zunahme des kornealen Astigmatismus, korreliert mit einer vorübergehenden Visusminderung, welche sich nach sechs Wochen bereits weitgehend zurückgebildet hatten. Der Patient sollte darüber aufgeklärt werden.
Referent/in: Thomas F. Büchner (Hannover)
Hintergrund: Die Trabekulektomie (TE) ist die Referenz-OP-Technik zur Therapie chronischer Offenwinkelglaukome. Die Visco-Kanaloplastik (KP) ist eine alternative OP-Methode für diese Indikation. Ziel dieser Studie ist die Untersuchung der postoperativen Drucksenkung, der Medikamenten-Reduktion, der Komplikationen und Revisions-Eingriffe bei Patienten aus der eigenen Augenklinik, die mit einer dieser beiden Methoden operiert wurden. Patienten und Methoden: Die Krankheitsverläufe aller Patienten, die zwischen Jan 2012 und Jun 2013 in der Augenklinik des Klinikums Nordstadt eine TE oder eine KP (Erst-Eingriffe) erhielten, wurden ausgewertet. Die Patienten wurden zur Kontrolle einbestellt und die weiterbehandelnden Augenärzte befragt. Die Nachbeobachtung sollte hierbei mindestens 1J betragen. 57 Patienten (Alter 71,0 ±11,7 J) hatten eine Beobachtung von mindestens 12 Mo. In 18 Fällen wurde eine TE durchgeführt, in 39 Fällen eine KP versucht. In 2 dieser Fälle konnte keine vollständige Katheterisierung des Schlemm-schen Kanals erzielt werden, in diesen Fällen entsprach der Eingriff einer Viskokanalostomie. Ergebnisse: Augen nach TE hatten einen mittleren praeoperativen Druck von 24,1±5,5 mm Hg unter 3,2±0,9 drucksenkenden Wirkstoffen, eine mittlere postoperative Beobachtung von 24,4±5,6 Mo und am Ende der Beobachtung einen mittleren Druck von 15,9±5,1 mm Hg unter 1,1±1,2 drucksenkenden Wirkstoffen. Während der Beobachtung wurden bei 6 Augen (33%) Injektionen (je 1-8) und bei 8 Augen (44%) Revisionseingriffe (je 1-4) durchgeführt. In 78 % war der Druck bei der letzten Kontrolle kontrolliert. Augen nach KP hatten einen mittleren praeoperativen Druck von 24,8±7,3 mm Hg unter 3,4±0,7 drucksenkenden Wirkstoffen, eine mittlere postoperative Beobachtung von 22,2±4,3 Mo und am Ende der Beobachtung einen mittleren Druck von 15,5±6,5 mm Hg unter 1,5±0,5 drucksenkenden Wirkstoffen. Während der Beobachtung wurden keine Injektionen und bei 5 Augen (13%) Revisions-Eingriffe (je 1) durchgeführt. In 84,7 % war der Druck bei der letzten Kontrolle kontrolliert. Schlußfolgerung: In unserem Patientenkollektiv waren beide OP-Methoden wirksam zur Drucksenkung und Reduktion der lokalen Antiglaukomatosa. Am Ende der Beobachtung weisen beide Patientenkollektive eine ähnliche Drucksenkung auf. Nach einer KP waren keine Injektionen von Antimetaboliten und seltener Revisions-Operationen erforderlich. Die KP kann bei vielen Patienten als Alternative zur TE eingesetzt werden.
Referent/in: Loay Daas (Homburg/Saar)
Hintergrund: Die Phakoemulsifikation und Implantation einer monofokalen Hinterkammerlinse durch Mikroinzision findet weite Verbreitung. In unserer Arbeit möchten wir die Auswirkung der mikroinzisionalen Katarakt-Operation (MICS) auf den postoperativ gemessenen Augeninnendruck vorstellen, was eine Bedeutung für die Optimierung der postoperativen Glaukom-Therapie hat, da Vorarbeiten bei 3-mm-Schnitt eine Unterschätzung des Augendrucks (IOD) von ca. 2,5 mmHg nach Katarakt-OP zeigten. Methode: Die Augeninnendrücke wurden prä- (entspricht Studienbeginn) und spätpostoperativ (mindestens 3 Monate nach OP) bei 20 Patienten mit Katarakt, unabhängig von Form und Reifestadium, mittels Dynamischer Konturtonometrie (DCT) und Applanationstonometrie nach Goldmann (GAT) bei 90° und 180° ermittelt. Einschlusskriterien bezüglich der Kataraktoperation waren die Anwendung Clear-cornea-Inzision und limbokorneale Schnitttechnik bei der MICS Katarakt-Operation mit einer Schnittbreite von bis zu 2,4 mm und komplikationsloser Implantation einer Hinterkammerlinse. Ergebnisse: Das Delta (Δ) zwischen dem präoperativen Mittelwert des bei 90° und 180° mittels GAT gemessenen Augeninnendrucks (GAT-MW1-IOD) und dem präoperativen Mittelwert des mittels DCT gemessenen Augeninnendrucks (DCT1-IOD) lag bei -4,3 mmHg. Das Delta zwischen dem GAT-MW2-IOD (spätpostoperativ) und dem DCT2-IOD (spätpostoperativ) lag bei -5,4 mmHg. Das Delta zwischen GAT-MW1 minus DCT1-IOD (präoperativ) und GAT-MW2-IOD minus DCT2-IOD (spätpostoperativ) lag bei 1,1 mmHg, zeigte aber keinen signifikanten Unterschied (p=0,1). Schlussfolgerung: Sowohl die präoperativ mittels GAT als auch die präoperativ mittels DCT gemessenen Augeninnendrücke sanken postoperativ. Wobei die mittels DCT gemessenen Augeninnendrücke im Vergleich zu den mittels GAT gemessenen Augeninnendrücken einen IOD-Unterschied von ca. 4 mmHg präoperativ und ca. 5 mmHg postoperativ zeigten. Der Augeninnendruckunterschied zwischen GAT und DCT wird also postoperativ bei MICS nur marginal verändert.
Referent/in: Karen Falke (Rostock)
Fragestellung: Medikamentenfreisetzungssysteme kommen innerhalb der letzten Jahre vermehrt zum Einsatz, insbesondere im Bereich der intravitrealen Injektionen, aber auch im Rahmen der Glaukomforschung gewinnen sie zunehmend an Bedeutung. Zur Verlaufsbeobachtung gehört neben der Funktionalität auch die Visualisierung solcher Implantate. Das Ziel dieser Studie war es, die Lage eines mit Latanoprost beladenen Polymersystems und die Reaktion des umgebenden Gewebes im subtenon’schen Raum mittels der hochauflösenden MR-Mikroskopie darzustellen. Methodik: Das Freisetzungssystem besteht aus 2 Komponenten - Hyaluronsäure und ein mit Isocyanatgruppen funktionalisiertes 1,2-Ethylenglycol-bis(dimilchsäure)-derivat (ELA-NCO). 38 mg (± 27 mg) des Polymergemisches wurden fünf New-Zealand-White-Kaninchen in den subtenon’schen Raum injiziert. Eine MRT-Untersuchung (7 Tesla, Bruker BioSpec) erfolgte 8 Monate nach der Injektion. T1 gewichtete FLASH (TE/TR: 4/546 ms) und T2-gewichtete RARE (TE/TR: 70/5180 ms) Sequenzen wurden verwendet, um das Polymerdepot im Bereich der Injektionsstelle abzubilden. Ergebnisse: Makroskopisch zeigte sich eine moderate konjunktivale Schwellung im Bereich des Polymerdepots bis zu einem Zeitraum von 3 Monaten. Danach kam es bei 4 von 5 Tieren zur allmählichen Fragmentierung und Resorption des Depots. Mittels MR-Mikroskopie konnte eine Auflösung von (200 x 200) µm in vivo und (80 x 80) µm ex vivo bei ausreichender (in vivo) bis sehr guter Bildqualität (ex vivo) erreicht werden. Das Medikamentendepot war sowohl in axialen also auch sagittalen Schnittebenen klar von den umgebenden orbitalen Strukturen inklusive der Augenmuskeln und des Fettgewebes zu differenzieren. Schlussfolgerung: Die hochauflösende MR-Mikroskopie kann zur Darstellung und Verlaufsbeobachtung sowohl subtenonaler als auch orbitaler Medikamentenfreisetzungssysteme in vivo und ex vivo ohne Verwendung spezieller Kontrastmittel genutzt werden. Dabei erlaubt die spatiale Auflösung Aussagen über Gewebsveränderungen, deren Untersuchung nicht nur im Rahmen tierexperimenteller Langzeitstudien Anwendung finden könnte.
Referent/in: Roman Rieder (Zürich)
Fragestellung: Differentialdiagnose und Therapie bei akutel Winkelblockglaukom. Methodik: Case Report einer 22-jährigen Patientin, welche sich mit über Nacht aufgetretener Visusverschlechterung beidseits auf Fingerzählen notfallmässig vorstellte. Klinisch zeigte sich eine bilaterale starke Myopisierung von Emmetropie auf -7 dpt., ein Intraokulardruckanstieg auf 38 rechts bzw. 39mmHg links, eine abgeflachte Vorderkammer sowie eine Anteposition des Iris-Linsen-Diaphragmas. Bei oben genannten Befunden und anamnestisch seit 9 Tagen neu begonnener Migräneprophylaxe mittels Topiramat stellten wir die Diagnose eines bilateralen topiramat-induzierten Winkelblockglaukoms mit akuter Myopisierung. Die Topiramat-Medikation wurde umgehend sistiert und eine topische und intravenöse hypotensive Medikation eingeleitet. Ergebnisse: Die topische (Timolol, Dorzolamid, Brimonidin) und systemische (Mannitol, Acetazolamid) hypotensive Therapie führte alleine in den ersten Stunden zu keiner suffizienten Drucksenkung. Bei UBM-sonographisch erkennbarer Schwellung im Corpus ciliare wurden zusätzlich topische und intravenösen Steroiden sowie Atropin-Augentropfen konnte innerhalb von 6h eine Tensionormalisierung und eine deutliche Vertiefung der Vorderkammer erreicht werden. Die akute Myopisierung war innert 7 Tagen vollständig reversibel. Schlussfolgerung: Topiramat als Auslöser eines Winkelblockglaukoms muss in der Differentialdiagnose bedacht werden. Der Pathomechanismus muss vom Pupillarblock abgegrenzt werden. Die topische und systemische hypotensive Therapie gehört zum Management, kann aber bei topiramat-induziertem Winkelblockglaukom alleine oft keine suffiziente Tensionormalisierung erzielen. Zykloplegische Medikamente sind additiv wirkungsvoll, da sie eine Retraktion des Iris-Linsen-Diaphragmas und der Ziliarkörperzotten bewirken, daher sollten Miotika vermieden werden. Bei kausativ diskutierter entzündlicher Ursache können topische und systemische Steroide zu einer schnellen Besserung beitragen.
Referent/in: Franziska Kopp (Rostock)
Purpose: The efficiency of topical glaucoma treatment is impaired by poor patient compliance and low bioavailability. Local drug delivery systems, providing sustained release of pharmaceuticals, are a promising new therapeutic approach, circumventing the need for patient adherence. In this study, a subtenon, in situ polymerizing, two-component delivery system, loaded with latanoprost (LP) was investigated. Methods: Five female New Zealand White rabbits received subtenon injections of an LP-loaded polymer depot in the right eye (93.0 ± 12.0 µg LP). The polymer was a mixture of an ethylene glycol dilactic acid derivate and hyaluronic acid. Concentrations of latanoprost and latanoprost acid (LA) were quantified with LCMS in aqueous humor (AH), tear fluid, and serum to assess drug release from the depot. Samples were collected every three weeks. The intraocular pressure (IOP) was monitored for 6 weeks prior to and for 7 months after the depot injection. Measurements were conducted once a week with the Icare TAO1 tonometer. Results: The acid of latanoprost was detected 24 hours after polymer injection in aqueous humor of the treated eye (4.90 ± 4.49 ng/ml), but not the contralateral eye. In tear fluid, LA was quantifiable in both eyes for 6 weeks (0.09-0.64 ng/mg), and could be detected below the quantification limit up to 4 months. Latanoprost was detected in aqueous humor of the treated and the contralateral eye 30 minutes after the injection, 0.55 ± 0.24 ng/ml and 1.33 ± 0.82 ng/ml, respectively. Serum levels of LP after 30 minutes were 1.92 ± 2.00 ng/ml. Similar concentrations were found after 24 hours in AH of both eyes as well as in serum. After 6 months, LP concentrations in AH and serum were below 0.1 ng/ml. LP was quantifiable in tear fluid of both eyes up to 10 weeks after injection (treated: 0.98 ± 1.14 ng/mg; contralateral: 1.95 ± 1.77 ng/mg). IOP did not change significantly after depot application. Conclusions: Detection of the biologically active compound latanoprost acid in aqueous humor and tear fluid proves that a subtenon, in situ polymerizing delivery system is a suitable drug delivery vehicle. The polymer depot provided continuous release of latanoprost in the ng/ml range over several months. After this proof-of-concept study further investigations will be conducted to adjust drug release kinetics to treatment requirements.
Referent/in: Ivan Georgiev (Sofia)
Introduction: Glaucoma is a chronic disease, which requires long-term medical therapy, often involving multiple ophthalmic medications. Objectives: To show the increasing prevalence of ocular surface disease (OSD) in medically treated glaucoma patients Aim: The aim of this presentation is to demonstrate cases of patients with dry eye disease and glaucoma who have stopped their medical treatment because of side effects. Methods: We present three cases of patients who received glaucoma medications containing benzalkonium chloride (BAK). All patients had history of dry eye disease which was not diagnosed and treated. They presented at the clinic with complaints of irritation, pain, photosensitivity and foreign body sensation. The patients underwent full eye examination including Shirmer test, TBUT, visual field test and OCT of RNFL. We stopped all BAK containing medications and the patients were given preservative-free antiglaucoma eye drops. Results: BAK containing glaucoma agents had led to severe ocular surface disease in all patients. Corneal staining with fluorescein demonstrated epithelial erosions, causing progressive intolerance. This lead to poor compliance to the antiglaucoma therapy resulting in deterioration of intraocular pressure control and progression of the disease. Switching the medications to preservative-free agents was effective and well tolerated since all patients complaints diminished. Conclusions: The use of glaucoma medications containing BAK is associated with a number of ocular symptoms including OSD and dry eye syndrome. This leads to a marked decrease in the compliance and a reduction in the quality of patient care and control of glaucoma. Conditions such as dry eye syndrome, ocular allergy, meibomian gland dysfunction should be carefully evaluated before prescribing anti glaucoma treatment. In such cases preservative-free drops should be considered first option. This would lead not only to an enhancement of the quality of life of patients, but also to improvements in glaucoma control.     
Referent/in: Dan Mircea Stanila (Sibiu)
Introduction: Neovascular glaucoma is a severe type of secondary glaucoma caused by a variety of disorders, most common are diabetic retinopathy , central or branch vein occlusion or vascular ischemic syndrome, and is characterised by fine arborizing blood vessels on the surface of the iris, pupil margin, and trabecular meshwork, which are accompanied by a fibrous membrane. Aim of the study is to show different methods of treatment and follow-up in neovascular glaucoma. Material and method: We studied a number of 40 cases with neovascular glaucoma caused by the following conditions: diabetic retinopathy , central and branch vein occlusion, and chronic ocular ischemic syndrome. Results and discussions: In all cases was performed trabeculectomy with antimetabolites (Mitomicin C, 5-Florouracil, Interferon alfa-2b). Beside this surgical procedure we associated panretinal photocoagulation and intravitreal injection with Bevacizumab. In most cases we managed to preserve the remaining vision and reduce the pain, and there was no cases in which evisceration was needed. Interferon was useful in preserving the filtering bleep. Conclusions: - Neovascular glaucoma is a very difficult pathology and is very hard to manage. - To avoid completed irreversible visual loss of side, the treatment should begin very early - The use of panretinal photocoagulation and intravitreal injection can reduce the neovascularization of the iris and normalize the IOP - Surgery with antimetabolites is important to avoid the bleep fibrosis, and in most of the cases the IOP was preserved for a long period of time